Update: Kirschessigfliege in Tafel- und Keltertrauben

Update: Kirschessigfliege in Tafel- und Keltertrauben

Nach den Niederschlägen ist ausreichend Feuchtigkeit in den Anlagen und mit abnehmenden Nachttemperaturen ist regelmäßig Tau und damit Luftfeuchte in den Morgenstunden vorhanden. Die Tagestemperaturen um 20- 25 bieten immer noch ideale Bedingungen für die Larvenentwicklung und Hefewachstum in den Beeren. Der Fliegendruck steigt an und in den durch Mäusefrass oder Hagelschlag vorgeschädigten Anlagen ist ohne Behandlung bereits Befall sichtbar. Befall tritt derzeit wie zu erwarten war in  den bekannten anfälligen Sorten wie z. B. in Acolon, Regent, Dornfelder, Roter Gutedel, Cabernet Dorsa und Dunkelfelder auf. Randlagen zu Böschungen und Wäldern sind weiterhin besonders gefährdet und ziehen durch Vorbefall weiterhin Fliegen an.

In der Fläche wurden bisher kein Befall an Spätburgunder im Badischen gesichtet, was aber vor allem am Reifezustand der Beeren liegt. In Württemberg gibt es erste Befallsmeldungen in der Sorte (http://monitoring.vitimeteo.de/$/).  Achten Sie hier mit ansteigenden Öchsle Werten auf Beflug und in den kompakten Sorten auf Befall an geplatzten Beeren und den ersten Botrytisnestern.

Auch Spätburgunder zeigt an den kleinsten Beeren in den letzten Tagen Platzer mit Saftaustritt! Hier können in den nächsten Tagen Eiablagen durch die KEF und heimische Essigfliegen die den weiteren Befallsverlauf deutlich anheizen. Dies hat deutlich negativen Einfluss auf die Essigbildung wie Untersuchungen aus Frankreich belegen. Frühzeitige Ernte ist hier natürlich eine Lösung, wird sich aber eher negativ auf Qualität und Erlöse auswirken. Bei idealen Erntebedingungen kann schnell reagiert werden wie man in den letzten Jahren gesehen hat. Dies muss sich aber nicht unbedingt jedes Jahr wiederholen. Warten Sie daher bei deutlichem Beflug der Anlage nicht zu lange mit Bekämpfungsmaßnahmen. Kompakte Sorten bei der Kontrolle auf Fliegenbesatz mehrfach schütteln, da sich die Fliegen oftmals im inneren der Traube an abgedrückten Beeren aufhalten.

Mittelauswahl: Im Kombinationsverfahren können insgesamt 6 Behandlungen durchgeführt werden

5 ml Spintor® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (2x) und gegen Ohrwurm (2x)

25 g Mospilan®SG + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (1x)

16 – 30 ml Exirel® + 1 l combi-protec gegen Kirschessigfliege (1x)

Die Wartezeiten entsprechen offiziell den Wartezeiten der Insektizide. Maßgebend und rechtlich relevant ist die Einhaltung der Rückstände im Ernte.  In den zurückliegenden Jahren hat sich gezeigt, dass vier Tage nach der Behandlung keine Rückstände mehr analysierbar waren.

Karate Zeon ist in diesem Jahr nicht zugelassen und darf daher nicht eingesetzt werden.

Beachten Sie auch die Befallszahlen in Vitimeteo, die aber nicht immer mit privat organisierten Untersuchungen übereinstimmen, aber doch erstaunliche Unterschiede in den verschiedenen Landesteilen aufzeigen…

 

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