Kirschessigfliege 5. Juni 18 – auf Eiablagen kontrollieren!

Das Befallsrisiko steigt durch die Niederschläge deutlich an! In Mittelbaden und am Kaiserstuhl wurden aktuell in unbehandelten frühen Lokalsorten zwischen 30%- 75% befallene Früchte festgestellt. Eine Behandlung gegen die Kirschessigfliege sollte möglichst noch vor weiteren Niederschlägen erfolgen! Die Fliegen sollten möglichst 24h Zeit haben die Produkte aufzunehmen bevor es regnet.

Kontrolllieren Sie unbedingt ihre pflückreifen Anlagen und ziehen bei Eibelegung die Ernte vor. Die Kirschen bleiben trotz Vermadung in den ersten Tagen äußerlich stabil…

Es wird empfohlen die Spritzabstände mit auf Fliegen wirksamen Mitteln (Spintor, Exirel und combi-protec Kombinationen) auf 5 Tage zu reduzieren.

Mittelauswahl:

  • 0,375 l/hamKh EXIREL (B1; max 1,o l/ha, max 2l/ha u. Saison) [RZ=?] WZ= 7 (max 2x) (für Anlieferung von Tafelkirschen an EGRO: Spintor; In Schüttelkirschen ist auch Exirel möglich)
  • 5 ml Spintor / 25 g Mospilan + 1l combi-protec (auf trockenes Blatt!)
  • 0,15l Spintor B1 [RZ=10] WZ=5 (max 2x, max 0,3l/ha)

Die Wirkdauer der Behandlungen beträgt maximal 5 (- 7) Tage! Beachten Sie auch unter den jetzigen Temperaturen, dass die Wirkdauer der Mospilanbehandlung gegen Kirschfruchtfliege maximal 8 (-10) Tage beträgt! Führen Sie rechtzeitig Anschlussbehandlungen durch.

Bitte beachten:

Alle Behandlungen sind als B1 Bienengefährlich eingestuft.

combi-protec ist als Zusatzstoff genehmigt und darf mit allen Insektiziden durch den Anwender gemischt werden. Auch diese Maßnahme ist in der Kombination mit Spintor als B1 eingestuft.

Die Anwendungen im Kombi-Verfahren sind als Splittingeinsätze der Insektizidanwendungen anzusehen. Dokumentation erfolgt hinsichtlich der Sprühanwendungen. Die maximale Aufwandmenge von Spintor von 0,6l/ha und Jahr darf in der Summe nicht überschritten werden.

Wichtig!

Für eine erfolgreiche Bekämpfung sind kurze Intervalle zwischen den Behandlungen notwendig! Eine Dauerwirkung von mehr als 7 Tagen ist bei keinem der Produkte, auch nicht mit Additiven wie Nu- Film P gegeben. Bekämpfungslücken können Eiablagen zur Folge haben, welche bei Entwicklung der Larven und Hefen in den Früchten, immer weitere Kirschessigfliegen anlocken. Die Bekämpfung wird dadurch deutlich erschwert!

Köderbehandlungen mit combi-protec, in Verbindung mit Spintor oder Mospilan, haben eine vergleichbare Wirkung wie die Sprühbehandlungen. Wichtig ist die schnelle Wirkstoffaufnahme der Fliegen, was zu einer sehr schnellen Abtötung der Fliegen führt. Es werden dabei sowohl Kirschessig- als auch Kirschfruchtfliege erfasst. Durch die geringen Wirkstoffmengen ist auch eine Unterschreitung der empfohlenen Wartezeiten möglich.

Die Wirkung von Exirel gegenüber Kirschessigfliege ist vergleichbar mit der Spintor Wirkung.. Die von der Firma beworbene Wirkung auf die Kirschfruchtfliege konnte in Versuchen 2017 am LTZ nicht belegt werden. Die Wirkungsgrade in anderen Versuchsanstalten bewegen sich um 80% in Bezug auf Kirschfruchtfliege (was den Ergebnissen von Spintor in früheren Versuchen entspricht!). Der Solo Einsatz von Exirel gegen die Kirschfruchtfliege wird nicht empfohlen. Exirel bringt in der Spritzfoge einen weiteren Wirkstoff und nicht essentielle Vorteile. Die Regenfestigkeit wurde in amerikanischen Untersuchungen nicht besser als von Spintor eingestuft. Nach 10l Niederschlag ist die Wirksamkeit wie bei allen anderen Produkten nur noch unzureichend. Eine Kombination von Exirel als reiner Fraßwirkstoff mit combi-protec wurde bisher nur im Labormaßstab, aber erfolgreich getestet. Für die Resistenzvorbeugung wird der Wirkstoff mit in die Strategie aufgenommen. Alternativ könnte auch zu diesem Zeitpunkt eine Behandlung mit Spintor erfolgen um die ersten KEF abzutöten. Bei Anlieferung von Tafelkirschen an die EGRO sollte kein Exirel eingesetzt werden.

Wichtig: Kontrolle auf Eiablagen! Hier zur Hilfestellung Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

 

Kontrollieren sie selbst auf Eiablagen. Besonders an windgeschützten Plätzen (also nicht windexponierte Randlagen!) sind an bodennahen Trieben in der Regel die höchste Wahrscheinlichkeit für Eiablagen. Mithilfe einer Lupe sind die Atemfäden der Eier sehr gut erkennbar (siehe Bilder). Auch die Quetschprobe bringt bereits erste Ergebnisse- aber immer erst nach Schlupf der Larven…

 

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