FAQ

combi-protec® Köderkonzentrat

Zusatzstoff nach §42 Pflanzenschutzgesetz zur Herstellung von Köder- Insektizidmischungen

Köderverfahren gegen die Kirschessigfliege

FAQ – oder häufig gestellte Fragen

1. Bei so geringen Insektizidmengen- erhöht sich da nicht die Gefahr für Resistenzen?

2. Warum sollte ich combi-protec vor Niederschlägen einsetzen- das wäscht sich doch ab?

3. Wie oft darf ich denn combi-protec einsetzen?

4. Kann ich die Wartezeit mit combi-protec verkürzen?

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Flyer Weinbau combi-protec

Flyer Obstbau combi-protec

Flyer Kirschfrucht und Kirschessigfliege

Flyer Walnussfruchtfliege


zu 1: Bei so geringen Insektizidmengen – erhöht sich da nicht die Gefahr für Resistenzen?

Nein. Es wird im Kombinationsverfahren mit der regulären, in der Zulassung festgesetzten Aufwandmenge des Insektizides für eine Wassermenge von 20 bzw. 40 Liter Spritzbrühe gearbeitet. Diese Insektizidmenge wird auch nicht vollflächig verteilt, was hinsichtlich der Resistenzbildung tatsächlich problematisch sein könnte. Die mit combi-protec gesteigerte Aufnahme über die Mundwerkzeuge führt zu einer wesentlich höheren Effektifität des Insektizides auf das Zielobjekt, was die Versuchsergebnisse auch belegen. Generell ist das Risiko für eine Resistenzbildung bei der Kirschessigfliege, laut amerikanischen Wissenschaftlern, als niederig einzustufen. Für die Wirkstoffe aus der Gruppe der Pyrethroide liegt ein wesentlich höheres Risiko für eine Resistenzbildung vor.

zu 2: Warum sollte ich combi-protec vor Niederschlägen einsetzen – das wäscht sich doch ab?

Ja, das ist so. Aber die Niederschläge führen zu idealen Eiablagebedingungen und zu einer höheren Eiproduktion bei der Kirschessigfliege. Somit bekommen die Bekämpfungsmaßnahmen ein bis zwei Tage vor Niederschlagsereignissen eine erhöhte Bedeutung, da somit die Fliegen im Bestand abgetötet werden! Bereits geringe Populationen sind unter diesen Bedingungen in der Lage  Schäden zu verursachen! Wird erst nach den Niederschlägen behandelt, so entwickeln sich die Maden weiter, da kein kurativ wirksames Mittel zur Verfügung steht und der Befall schaukelt sich auf. Die Abstände zwischen den Behandlungen müssen dadurch nur im Falle von sehr starkem Zuflug um 1- 2 Tage reduziert werden.
Sowohl bei den Köder- als auch den Sprühbehandlungen ist nach Niederschlägen mit einer reduzierten Wirksamkeit zu rechnen. Bereits Regenmengen von 10- 15 l/m²  sind dazu ausreichend um die Spritzbeläge bzw. Ködertropfchen abzuwaschen. Dies wurde auch für die gerade als „Regenfest“ beworbenen Produkte in amerikanischen Studien belegt (http://msue.anr.msu.edu/news/rainfast_characteristics_of_insecticides_on_fruit). In den USA werden in der Kirschessigfliegenbekämpfung, für alle Produktgruppen, Wiederholungsbehandlungen nach 12,5 l Niederschlag empfohlen!
Entgegen der allgemeinen Empfehlung, werden die Behandlungen vor Niederschlägen (24- 48 Stunden vorher) von uns als sehr wichtig eingestuft und empfohlen!

zu 3. Wie oft darf ich denn combi-protec einsetzen?

Die Anwendungshäufigkeit der Insektizide im Kombinationsverfahren mit combi-protec entspricht der Anwendungshäufigkeit der kombinierten Insektizide. Hier ist die maximale Aufwandmenge je Hektar und Jahr einzuhalten. Hieraus ergeben sich bei Anwendung der vollen Aufwandmenge in der Regel die angegebenen Anwendungshäufigkeiten. In der Praxis werden diese, beim Einsatz niedrigerer Aufwandmengen je Hektar und Anwendung, häufig überschritten. Als Beispiel sind hier Splitting- Anwendungen bei Herbizidmaßnahmen zu nennen.  Aber auch Insektizide werden in einigen Fällen so von der amtlichen Beratung in dieser Weise empfohlen. Auch Teilflächenbehandlungen die zeitnah ausgebracht werden, werden im Allgemeinen als eine Behandlung gezählt und dokumentiert.

zu 4. Kann ich die Wartezeit mit combi-protec verkürzen?

Die Wartezeit ist eine im Zulassungsverfahren für den Worst-Case Fall bestimmte Dauer zwischen Anwendung und Ernte um z. B. die vorgegebenen Rückstandshöchstmengen einzuhalten. Die Wartezeit garantiert die Einhaltung der Rückstandshöchstmengen. Wird die Wartezeit unterschritten und früher geerntet, liegt dies im Verantwortungsbereich des Landwirts. Es handelt sich hierbei um eine nicht mit einem Bußgeld bewehrte Anwendungsvorschrift. Im Falle einer Überschreitung der Rückstandshöchstmenge, liegt ein Verstoß nach dem Lebensmittelrecht vor.

In den in den letzten Jahren untersuchten Fruchtproben, welche direkt nach Anwendung des Kombinationsverfahrens gezogen wurden, konten zwischen ~ 0,5- 5 % der Rückstandshöchstmengen analysiert werden. Eine gleichmäßige Verteilung der combi-protec- Insektizid Tröpfchen über die Kultur muss dabei gewährleistet sein. Ist dies nicht der Fall, kann es an diesen Stellen zu einer höheren Auslastung der Rückstandshöchstmenge kommen. Wir empfehlen hierzu eigene Rückstandsuntersuchungen, für den Fall einer eigenverantwortlichen Verkürzung der Wartezeit.

Lesen Sie hierzu auch die Definition und Hinweise der Zulassungsbehörde zm Thema “Wartezeit”. “Die Länge der Wartezeit ist darauf abgestimmt, die Unterschreitung geltender Rückstandshöchstgehalte sicherzustellen; sie ist kein Hinweis auf die Giftigkeit oder sonstige Bedenklichkeit eines Stoffes. ”

“Ist der Abstand zwischen letzter Anwendung und Ernte in der Praxis variabel, orientiert sich die festgelegte Wartezeit an Bedingungen, die bei Beachtung der guten fachlichen Praxis den ungünstigsten Fall für die Bildung von Rückständen im Erntegut darstellen (“worst case”). Diese Wartezeit wird der Bewertung des Rückstandsverhaltens und ggf. der Erarbeitung eines RHG-Vorschlags zugrunde gelegt.