Tag Archives: Mospilan SGR

Walnussfruchtfliege

Walnussfruchtfliege 2016

Der Flug der Walnussfruchtfliege hat lagenweise begonnen, hält sich aber auf niedrigem Niveau. Mit einem Anstieg wird erst nach den nächsten ergiebigeren Niederschlägen gerechnet. Die erste Behandlung wird für Südbaden Anfang August empfohlen.

WalnussfruchtfliegeMittelauswahl:

Mospilan SG 0,125 g WZ = 28 (max 0,375kg/ha, max. 2x)

Calypso 0,25l/ha (WZ 14, max 3x, nach Genehmigung nach §22 für LVEO)

(Die Zulassung für Calypso endet Ende August, bitte beachten und bevorzugt aufbrauchen).

Die Sprühbehandlungen werden in 10- 14 tägigem Abstand, ab 1. August (10.8/ 20.8/30.8) empfohlen. Wartezeit bei Mospilan SG mit 28 Tagen beachten!

Für das Köderverfahren combi-protec  (1,0l/ha) + Mospilan SG  (25 g) in 20 Liter Spritzbrühe /ha (max 2x) wird in den nächsten Tagen die Genehmigung der Indikationserweiterung erwartet. Hier werden die Behandlungen ab 1. August in 8- 10 tägigem Abstand (10.8./ 18.8./ 26.8) empfohlen.

Auf den Nüssen finden sich bereits jetzt schwarze Flecken. Die Niederschläge während und nach der Blüte haben bereits Infektionen durch Xanthomonas und Marssonina Blattkrankheiten geführt. Ein positiver Effekt der hohen Wassermengen im Frühjahr dürfte in der zu erwartenden Reduktion an Walnussfruchtfliegen sein. Das Jahr hat uns aber bereits mehrfach überrascht, also bleibt es ratsam aufmerksam zu bleiben.

 

Kirschessigfliege in Süßkirschen 2016

Die momentane und für die nächsten Tage angesagte Witterung ist mehr als vorteilhaft für die Vermehrung der Kirschessigfliege. Planen Sie unbedingt Bekämpfungsmaßnahmen in den bereits auf gelb- rosa gefärbten Sorten ein und planen Sie rechtzeitig die Anschlußbehandlungen.

Mittlerweile konnten im Rheintal auf den rosa gefärbten Früchten Eiablagen festgestellt werden. Auch gepflegte Ertragsanlagen mit sauberem Mulchrasen sind betroffen. Eine Einschränkung auf bestimmte Gebiete oder Anlagenformen lässt sich nicht machen. In den lokalen Frühsorten sind bis zu 50% der roten Früchte bereits befallen und bei der Quetschprobe gibt es bereits Saftaustritt.

Wie erkenne ich Eier der Kirschessigfliege?

Mit einer Lupe (10 fache Vergrößerung) können Eier der Kirschessigfliege gut identifiziert werden. Die weißen Atemfäden (2 Stück) ragen aus der Frucht heraus oder haften an den Rändern der Öffnung an. Zum Teil sind Eier sehr tief in die Frucht abgelegt und die Fäden schauen nur ein kleines Stück aus der Frucht heraus.

Kontrollieren sie vor allem an windgeschützten Plätzen (also nicht windexponierte Randlagen!) und an bodennahen Trieben im Bauminneren. Auch die Quetschprobe bringt bereits erste Ergebnisse- aber immer erst nach Schlupf der Larven…

Bekämpfungsmaßnahmen

Dimethoat (Perfekthion, Danadim etc.) ist nicht genehmigt und darf auf keinen Fall zum Einsatz kommen! Ein Einsatz gefährdet die Vermarktung der Kirschenernte aus dem gesamten Gebiet!

Beginnen Sie mit den Behandlungen gegen Kirschfucht und Kirschessigfliege beim Farbumschlag Gelb- Rosa.

Mittelauswahl:

  • 20 Tage vor der Ernte: 0,125kg Mospilan B4 [RZ=40] WZ=7 (max 2x)
    • dazwischen: 0,15l Spintor* B1 [RZ=10] WZ=7 (max 2x, max 0,3l/ha)/ 0,025kg/ha Mospilan B4 [RZ=1] WZ=7 (max 2x)+ 1,0l/ha ha combi-protec
  • 10- 7 Tage vor der Ernte Mospilan
    • dazwischen Spintor / Mospilan+ combi-protec

Bekämpfungstermine Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege 2016-II

Die Sprühbehandlung mit Mospilan SG sind bei Farbumschlag gelb/Rosa (also 20 Tage vor der Ernte) sortenweise einzuplanen. Die zweite Behandlung Mospilan erfolgt spätestens 10- maximal 12 Tage später. Regen und hohe Temperaturen verkürzen die Wirkdauer. Kombinieren Sie die Sprühbehandlung mit Signum gegen Fruchtfäulen. Eine zusätzliche Kombination mit Spintor ist aus arbeitswirtschaftlichen Gründen auch möglich.

Wichtig!

Behandeln Sie auch geplatzte, unbeerntete Flächen weiter gegen die Kirschessigfliege!

Ernteprognose Termine Baden/ Südbaden

Burlat: 10. Juni/ Belise: 19. Juni/ Samba: 24. Juni

Daraus abgeleitet:

Earlise: 11. Juni / Merchant: 16. Juni/ Carmen: 29. Juni/ Kordia: 4. Juli/ Regina: 11. Juli

Reifeverlauf nach Burlat (Quelle Agroscope)

Vorbeugende Maßnahmen

wie z. B mulchen sind unter den derzeitig feuchten Witterungsbedingungen nutzlos. Für Anlagen mit Überdachung wird eine abnetzen der Seiten mit einem Hagelnetz empfohlen. Dies reicht für eine Reduzierung des Zufluges aus, um einfach mit den Pflanzenschutzmaßnahmen eine erfolgreiche Bekämpfung zu gewährleisten. Insektenschutznetz (0,8x 0,8mm) erhöhen stark die Luftfeuchte und verändern z. T extrem das Mikroklima. In allen Versuchen und auch in Praxisanlagen mussten immer noch zusätzlich PS Maßnahmen bei Befall durchgeführtwerden. Die Schäden durch Monilia, Ohrwurm waren in manchen Jahren bei dieser dichten Einhausung höher als die KEF Schäden.

Generelle Informationen zu den Pflanzenschutzmittel und Verfahren:

Spintor 0,15l (B1, WZ=7, max 2x, max 0,3l/Ha und Jahr) wird falls die Fliegen nicht direkt getroffen werden, über Fraß von den Kirschessigfliegen aufgenommen. Die Wirkdauer beträgt unter den jetzigen Bedingungen 3- 4 Tage. Niederschläge (max. 10l) reduzieren die Dauerwirkung noch stärker, da der Wirkstoff abgewaschen wird. Die Hauptwirkung ist aus der direkten Wirkung der Insektizidbrühe auf die Fliege bei der Appliaktion zu erwarten. Beachten Sie die Wartezeit von 7 Tagen bei Spintor bei den gerade zur Ernte anstehenden Sorten.

Mospilan 0,125kg (solo) hat kaum bis keine Wirkung auf die schlüpfenden Larven der Kirschessigfliege und die Fliegen. Mospilan deckt aber sehr gut die Frucht gegen die schlüpfenden Maden der Kirschfruchtfliege ab (sofern rechtzeitig eingesetzt). Bereits geschlüfte Maden werden nicht erfasst. Daher sortenweise zum Farbumschlag gelb-rosa und 10 Tage später einsetzen.

combi-protec 1,0l +Insektizid (25 g Mospilan in 20 Liter Spritzbrühe, B4, WZ=7, max 2x) steigert die Aufnahme der Insektizide durch die Kirschessig- und Kirschfruchtfliege. Im Versuch 2014 konnte bei der Kirschfruchtfliegenbekämpfung durch die Reduktion der Fliegen im Bestand ein vergleichbares Ergebnis wie in der Sprühanwendung Mospilan erzielt werden. Nur trockenes Blatt behandeln und möglichst 24h vor den nächsten Niederschlägen einsetzen, da die Fliege auch Zeit für die Aufnahme benötigen. Die Rückstände aus diesen Behandlungen sind erwartungsgemäß gering bis sehr gering einzustufen. Die Zulassung für eine Kombination mit Spintor (5 ml) ist in anderen Kulturen beim BVL beantragt, aber nach über einem Jahr noch nicht genehmigt…. Eine Kombination der Mospilan Sprühanwendung (Splitting) oder Ersatz der Sprühanwendung Spintor durch das Köderverfahren ist möglich. Mospilan+ combi-protec ist als rückstandsminimiertes Verfahren gegen Essigfliegen und Kirschfruchtfliege zugelassen.

Exirel 0,375 l (B1, WZ= 7, max 2x, max. 2l/ha und Jahr) wird momentan nicht in die Bekämpfungsstrategie aufgenommen. Die Wirkung auf die Kirschfrucht- und Essigfliege ist versuchstechnisch in Deutschland noch nicht ausreichend bearbeitet. Ergebnisse zur Kirschfruchtfliegenbekämpfung mit zwei Behandlungen und 38% Wirkungsgrad (TLL Thüringen), zeigen eine Wirkdauer von weniger als 7 Tagen auf. Nach Angaben eines Firmenvertreters wird die Dauerwirkung von Exirel mit 5 Tagen im Beerenobst und 7 Tagen im Steinobst, vergleichbar Spintor beschrieben (Kirschentag Oppenheim). Die Erfahrungen aus dem Ausland sind widersprüchlich. Die Wirkung von Exirel basiert auf der Aufnahme des Wirkstoffes über Fraß und anschließender Paralyse (und verhungern der KEF). Von einer Wirkung auf die schlüpfenden Eier und Larven ist nach den Versuchen am DLR Neustadt (HARZER ALEXANDER) nicht auszugehen. Die oft zitierte systemische Wirkung ist nach Angaben der Kanadischen DuPont auf die Aufnahme über die Wurzel und auf eine lokal-systemische Wirkung beschränkt (DuPont_Produkt-Information_2016_DuPont_Exirel , Einführung Exirel Canada 2013). Von einer Mischung mit Switch wird abgeraten wegen möglicher Schäden.

Exirel Laimburg Versuch Vernatsch 2500 m2Im Weinbau gibt es von der Laimburg Italien einen Großparzellenversuch mit je 2500 m² (2 Wiederholungen) mit Exirel (3 Behandlungen, Siehe Seite 34 im Vortrag). Bitte beachten, diese Versuchsanstellung entspricht nicht den in Deutschland beantragten Zulassungen (es werden nur zwei Behandlungen beantragt). Die Unterschiede zu Unbehandelt sind kaum feststellbar.

 

 

Andere Wirtspflanzen

DS auf Felsenbirne WebDerzeit findet man massive Eiablage auf Früchte der Felsenbirne statt. Bis zu 80% belegte rote Früchte sind keine Seltenheit. Ob sich die Kirschessigflige hieraus weiter entwickelt bleibt zu beobachten.

 

Zulassung von Dimethoat in Frankreich zurückgezogen- Eilantrag auf Verbot an die EU!

“Stéphane Le Foll demande à Bruxelles d’interdire le diméthoate”

Nach der zurückgezogenen Zulassung  für Dimethoat Präparate in Frankreich zum 1. Februar 2016, fordert der französische Agrarminister eine Gleichbehandlung für die französischen Landwirte zu den anderen EU Ländern- und fordert das Verbot von Dimethoat in der gesamten EU!

Die ANSES hat die Zulassung für alle Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Dimethoat zum 1. Februar zurückgezogen. Als Gründe werden angegeben “inakzeptables Risiko” für die Verbraucher, Landwirte sowie für Vögel und Säugetiere”. Die ANSES wird im übrigen -neu – ab Juli auch über das Inverkehrbringen von PSM entscheiden.

Die Anfrage des Landwirtschaftsministers an die EU geht in diese Richtung: “ein sofortiges Verbot für die Verwendung von Dimethoat in der gesamten EU auf Obst und Gemüse” und “ein sofortiges Verbot für den gesamten europäischen Raum für das Inverkehrbringen von Kirschen aus Ländern oder Mitgliedstaaten , in der die Verwendung von Dimethoat zulässig ist”.

Eigentlich müsste bereits am 5 April eine Entscheidung zu dieser Anfrage in Brüssel gefallen sein. Falls negativ, möchte Frankreich eine nationale Regelung treffen um Dimethoat behandelte Kirschen außer Landes zu halten! Das wäre eine konsequente Haltung.

Auch in Deutschland wird Dimethoat kritisch gesehen und auch wie Glyphosat in die Medienberichte aufgenommen. Lesen Sie hier einen Beitrag der SZ. 

Dimethoat wird als Gefahr erkannt und auf ein mögliches Krebsrisiko hingewiesen. Das dies allerdings im Zusammenhang mit der Berichterstattung zu Glyphosate leicht verharmlost werden könnte ist klar. Viel dramatischer für die Produktion sind die regelmäßigen Überschreitungen der Rückstandshöchstmengen und damit auch der akuten Referenzdosis. Diese belasteten Früchte sind streng genommen zu vernichten. Anstelle an Alternativen zu arbeiten gibt es hierzulande wie in Frankreich nur einen Tenor, wir brauchen Dimethoat.

KirschfruchtfliegeDie rückstandsbedingten Auflagen, die zu einer Wartezeit von 28 Tagen führen, verschlechtern deutlichst den Nutzen eines Dimethoat Produktes. Sehen Sie dazu die Ergebnisse unter Kirschfruchtfliege. Auch der Nutzen hinsichtlich der Bekämpfung der Kirschessigfliege wird in den meisten Fällen überschätzt. Es lassen sich maximal drei bis fünf Tage durch den Einsatz abdecken. Ist es das Risiko aber tatsächlich Wert?

Die Vorgänge in Frankreich werden sicherlich auch in der Berichterstattung und Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ihre Spuren hinterlassen.

 

SpinTor® Notfallzulassung im Beerenobst

SpinTor®SC im Beerenobst für 120 Tage zugelassen (nach Art 53 EUVo).

Spintor SC hat auf Antrag der Fachgruppe Obstbau diverse Zulassungen nach Art. 53 der VO (EG) Nr. 1107/2009 zur Bekämpfung der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) aktuell im Beerenobst erhalten.

Folgenende Indikationen wurden für 120 Tage zugelassen:

Spintor 0,2l (B1, max  2x) wurde nach §53 Notfallzulassung in Erdbeere gegen Kirschessigfliege für 120 Tage im Freiland und Gewächshaus zugelassen. Die Wartezeit beträgt 1 Tag.

Spintor 0,2l (B1, max  2x) wurde nach §53 Notfallzulassung in Brombeere, Johannisbeerartiges Beerenobst, Heidelbeerarten, Holunder und  Himbeere (ausgenommen Herbsthimbeeren) gegen Kirschessigfliege für 120 Tage im Freiland und Gewächshaus zugelassen. Die Wartezeit beträgt 3 Tage.

Die genauen Termine für den Anwendungszeitraum entnehmen Sie bitte den Mitteilungen der amtlichen Pflanzenschutzdienste.

Ein Exkurs über die Fruchtfliegenbekämpfung in anderen Ländern.

Ein sehr schönes Video auf Italienisch (Quelle Youtube), zu einem Spinosad- haltigen Fruchtfliegenköderprodukt der DOWAgro in Italien:  SpinTor® fly.

Zur Information: der Wirkstoffgehalt beträgt bei SpinTor fly 0,24 1g/A.i. je Liter /(dies entspricht der  Wirkstoffmenge welche in 0,5 ml SpinTor SC 480 enthalten ist) Als Aufwandmenge wird 1l/ ha mit max 8 Anwendungen pro Jahr in verschiedenen Kulturen empfohlen. In der Olivenfruchtfliegenbekämpfung werden bis zu sechs Generationen der Fliege bekämpft.

Die im Film gezeigte grobtropfige Anwendung funktioniert nicht im Fall der Kirschessigfliege. Ebenso zeigt das Produkt in Käfigversuchen kein zufriedenstellendes Ergebniss gegenüber Kirschessigfliegen.

(Quelle Youtube https://www.youtube.com/watch?v=v5VvGEMDUNw)

Mospilan SG® im Beerenobst

Mospilan SG® im Beerenobst neu zugelassen nach Art 51.

Mospilan SG hat diverse Zulassungen nach Art. 51 der VO (EG) Nr. 1107/2009 zur Bekämpfung von u.a. Blattläusen in Beerenobst bekommen.Wartezeit 7 Tage. Hier die Indikationen als PDF.

Sehen Sie ein interessantes Video zur Wirkung von Mospilan SG (wenn es über die Mundwerkzeuge aufgenommen wird). Die Wirkung auf Larven, dürfte unter Freilandbedingungen wohl eher nicht in der Form auftreten…

Aber ein sehr schönes Video (Quelle Youtube):