Kirschessigfliege in Kelter- und Tafeltrauben

Kirschessigfliege in Kelter- und Tafeltrauben

Anfällige Frühsorten wie Regent und Acolon färben gerade erst um. Umso ertaunlicher ist, dass im Käfigversuch bereits auf diesen blauen Beeren bereits Eiablagen möglich sind! Kontrollieren Sie daher ihre bekannt anfälligen Anlagen auf KEF Beflug, vor allem in Wald- und Böschungsnähe. Kontrollieren Sie an mehreren Stellen der Anlage, der Befall kann sehr plötzlich und sehr lokal auftreten. Wichtig: beobachten Sie den Flug der Kirschessigfliege in den Morgenstunden bis 10 Uhr. Hier zeigt die Fliege die größte Aktivität.

Für alle interessierten, hier eine interessante Studie zum Zusammenhang Kirschessigfliege und normaler Essigfliege im Weinbau: “Invasive Drosophila suzukii faciliates Drosophila melanogaster infestation and sour rot outbreaks in the vineyard”

“Rainfast characteristics of insecticides on fruit” Dr. Wise, Michigan State University

In einer Regenkammer wurden verschiedenste Insektizide auf verschiedenen Kulturen (Früchte und Blätter) hinsichtlich Abwaschverluste untersucht. Neben den verbleibenden Rückstanden,wurde auch die biologische Wirksamkeit bewertet und entspechende Empfehlungen je nach Alter des Spritzbelages gegeben. Die uns zur Verfügung stehenden Wirkstoffgruppen habe ich unten aufgeführt. Interessant ist, dass alle Wirkstoffe ein sehr ähnliches Verhalten zeigen und kein deutlicher Unterschied z. B. zwischen Spintor und Exirel vorliegt. Da die Produkte in die oberste Blattschicht eindringen, wird bis 25 Liter Niederschlag eine hohe Regenfestigkeit nach Analyse der Rückstände festgestellt. Schaut man sich in der zweiten Tabelle die Empfehlung unter Berücksichtigung der Wirksamkeit an, so wird bereits bei einem ein Tag alten Spritzbelag und 12 L Niederschalg eine Wiederholungsbehandlung bei Spinosad empfohlen. Ein Ergebnis, welches aus der Praxis schon bekannt war.

Rainfastness rating chart: General characteristics for insecticide chemical classes
Insecticide class Rainfastness ≤ 0.5 inch/ 12,5 mm Rainfastness ≤ 1.0 inch/ 25 mm Rainfastness ≤ 2.0 inches/ 50 mm
Fruit Leaves Fruit Leaves Fruit Leaves
Pyrethroids (z. B. Karate Zeon) Moderate/High Moderate/High Moderate Moderate Low Low
Neonicotinoids (z. B. Mospilan) Moderate, Systemic High, Systemic Low, Systemic Low, Systemic Low, Systemic Low, Systemic
Spinosyns (z. B. Spintor) High High High Moderate Moderate Low
Diamides (z. B. Exirel) High High High Moderate Moderate Low

Highly rainfast = ≤ 30% residue wash-off
Moderately rainfast = ≤ 50% residue wash-off
Low rainfast = ≤ 70% residue wash-off
Systemic = Systemic residues remain within plant tissue

Blueberry insecticide precipitation wash-off re-application decision chart – spotted wing Drosophila. Expected spotted wing Drosophila control in blueberries, based on each compound’s inherent toxicity to SWD, maximum residual and wash-off potential from rainfall.
Insecticides Rainfall = 0.5 inch /12,5 mm Rainfall = 1.0 inch/ 25 mm Rainfall = 2.0 inches/ 50 mm
*1 day *7 days *1 day *7 days *1 day *7 days
Mustang Max/  Pyrethroid Sufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Sufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue
Delegate/ Spinetoram Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue
Assail / Acetamiprid Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue Insufficient insecticide residue

* Number of days after insecticide application that the precipitation event occurred.
Insufficient insecticide residue = Insufficient insecticide residue remains to provide significant activity on the target pest, and thus an immediate re-application is recommended.
Sufficient insecticide residue = Sufficient insecticide residue remaining to provide significant activity on the target pest, although residual activity may be reduced.

 

Wie erkenne die Kirschessigfliege?

Eigentlich eine einfache Sache- die zwei Flügelpunkte der Männchen wären leicht erkennbar. Und wo ein Männchen ist, ist in der Regel auch ein Weibchen der Kirschessigfliege. Leider fliegen die Insekten bei der leichtesten Berührung auf und sind verschwunden.  Die Suche beginnt von neuem… Hier eine kleine Hilfestellung:

combi-protec Identify KEFKEF MännchenEin Hilfsmittel zur Identifizierung kann hier ein großer durchsichtiger Gefrierbeutel sein, welcher mit einem Teelöffel Speiseöl auf der Innenseite benetzt wird und z. B. über eine von Essigfliegen besetzte Traube gestülpt wird. Die auffliegenden Essigfliegen bleiben am Ölfilm haften und im Anschluß kann eine einfache Kontrolle auf die Flügelpunkte erfolgen.

Wie erkenne ich Eier der Kirschessigfliege?

Wesentlich schwieriger als die Fliegen, lassen sich die Eier der KEF identifizieren. Mit einer Lupe (mind. 10 fache Vergrößerung) können Eier der Kirschessigfliege identifiziert werden. Die weißen Atemfäden (2 – 4 Stück) ragen aus der Frucht heraus oder haften an den Rändern der Öffnung an. Zum Teil sind Eier sehr tief in die Frucht abgelegt und die Fäden schauen nur ein kleines Stück aus der Frucht heraus. An den Trauben findet sich – je nach Wasserversorgung der Rebe – ein kleiner Fruchttropfen an der Eiablagestelle, welcher später eintrocknet.

Kontrollieren sie vor allem an windgeschützten Plätzen (also nicht windexponierte Randlagen!). Die Quetschprobe bringt bei den Trauben nicht immer ein korrektes Ergebnis.

Geplatzte und verletzte Beeren

Eiablage KEF In einer Versuchsanlage Acolon sind cirka 2% der Beeren durch Wachstumsrisse beschädigt. Trotz der sehr trockenen Witterung treten diese auf und sind zu fast 80% mit Eiern der Kirschessigfliege belegt. Auch unreife und verletzte Beeren wurden so schon belegt, bevor eine Eiablage in der Fruchthaut möglich war. In der Folge kommt es auch zu Eiablagen der normalen Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Zur Unterscheidung eignen sich sehr gut die breiter ausgeformten Atemfäden der Eier.

Kleine, unterentwickelte Beeren

Acolon unterentwickelte Beeren mit Eiablage KEF

Acolon, unterentwickelte Beeren mit Eiablage der KEF

Auch hier findet man Eiablage und bereits saftende Früchte. Hierdurch werden Kirschessigfliegen aus der Umgebung angelockt und  der gärende Traubensaft bietet eine gute Futter- und Flüssigkeitsgrundlage für die Fliegen.

 

 

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