Erste Eiablagen der Kirschessigfliege in den frühen Traubensorten

Zwei Eiablagestellen-mit und ohne Saftaustritt

Zwei Eiablagestellen – mit und ohne Saftaustritt

Durch die derzeit idealen Witterungsbedingungen konnte sich die Kirschessigfliege (KEF) in die Rebbestände ausbreiten. Erste Eiablagen gibt es bereits an den frühen Sorten wie Acolon oder Regent. An verletzten Früchten, z. B. durch Mäuse oder Schneckenfrass, werden Eier durch die heimische Essigfliege und auch durch die KEF abgelegt. In der Nähe solcher Befallsstellen ist auch schon deutlicher Beflug durch Essigfliegen feststellbar. Kontrollieren Sie dort auf Eiablagen an unverletzten, reifen Einzelbeeren!

Aktuell konnten an solchen Befallstellen bis zu 14 Eier auf 100 Beeren (Acolon) festgestellt werden. Mit fortschreitender Reifeentwicklung und der wechselhaften Witterung wird sich der Druck noch erhöhen.

Sehen Sie auch unter www.vitimeteo.de die aktuellen Ergebnisse des WBI  Monitorings.

Unsere Empfehlung: Kontrollieren Sie unbedingt Ihre anfälligen Anlagen! Besonders gefährdet sind hierbei Anlagen in Wald- und Böschungsnähe. Kontrollieren Sie an mehreren Stellen der Anlage, der Befall kann sehr unterschiedlich und lokal sein. Auch bekannt feuchtere Anlagen sind eher gefährdet. Wichtig: beobachten Sie den Flug der Kirschessigfliege in den Morgenstunden bis 10 Uhr. Hier zeigt die Fliege die größte Aktivität.

Bekämpfung

Starten Sie rechtzeitig die Maßnahmen zur Regulierung der Kirschessigfliege. Wie die Eiablagen in den verletzten Beeren zeigen, sind bereits eine Vielzahl an Kirschessigfliegen in den Anlagen. Diese warten nur auf die richtige Witterung und den richtigen Reifezustand der Beerenhaut, bis eine Eiablage möglich ist. Verpasst man den ersten Bekämpfungstermin um wenige Tage, so gehen bereits viele Einzelbeeren in Gärung über. Die dafür relevanten Hefen werden mit der Eiablage durch die Kirschessigliege in die Beeren  übertragen.  Diese essigstichigen Beeren locken wiederum die Essigfliegen aus der Umgebung an und erschweren enorm die weitere Bekämpfung.

Eine frühzeitige Bekämpfung, mit noch geringen Populationsdichten, wird wie bei anderen Schaderregern auch, den größten und nachhaltigsten Bekämpfungserfolg erzielen. In Befallslagen empfehlen wir daher rechtzeitig mit den Behandlungen zu beginnen.

Im Kombinationsverfahren können 5 Behandlungen durchgeführt werden:

5 ml Spintor® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (2x) und gegen Ohrwurm (2x)

25 g Mospilan®SG + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (1x)

Für eine möglichst effektive Bekämpfung wird ein Behandlungsintervall von 6 Tagen empfohlen.

Lesen Sie hierzu auch unseren aktuellen Flyer mit Infos zur Ausbringtechnik.

Flyer combi-protec Weinbau 2017 (PDF)

Behandlungen vor Regen!

Sowohl bei den Köder- als auch den Sprühbehandlungen ist nach Niederschlägen mit einer reduzierten Wirksamkeit zu rechnen. Bereits Regenmengen von 10- 15 l/m²  sind dazu ausreichend um die Spritzbeläge bzw. Ködertropfchen abzuwaschen. Dies wurde auch für die gerade als “Regenfest” beworbenen Produkte in amerikanischen Studien belegt (http://msue.anr.msu.edu/news/rainfast_characteristics_of_insecticides_on_fruit). In den USA werden in der Kirschessigfliegenbekämpfung, für alle Produktgruppen, Wiederholungsbehandlungen nach 12,5 l Niederschlag empfohlen!

Entgegen der allgemeinen Empfehlung, werden die Behandlungen vor Niederschlägen (24- 48 Stunden vorher) von uns als sehr wichtig eingestuft und empfohlen!

Die Niederschläge führen zu idealen Eiablagebedingungen und zu einer höheren Eiproduktion bei der Kirschessigfliege. Somit bekommen die Bekämpfungsmaßnahmen ein bis zwei Tage vor Niederschlagsereignissen eine erhöhte Bedeutung! Bereits geringe Populationen sind unter diesen Bedingungen in der Lage  Schäden zu verursachen. Wird erst nach den Niederschlägen behandelt, so entwickeln sich die Maden weiter da kein kurativ wirksames Mittel zur Verfügung steht und der Befall schaukelt sich auf.
Die Abstände zwischen den Behandlungen müssen dadurch nur im Falle von sehr starkem Zuflug reduziert werden.

Das sind hauptsächlich heimische Essigfliegen und nur wenige Kirschessigfliegen….

Für alle Interessierten, hier eine interessante Studie der INRA zum Zusammenhang Kirschessigfliege und normaler Essigfliege im Weinbau: „Invasive Drosophila suzukii faciliates Drosophila melanogaster infestation and sour rot outbreaks in the vineyard“

Kurzgefasst:

Die KEF Eiablagen mit anschließender Besiedlung durch die heimische Essigfliege verstärken die Essigproblematik.

Wie erkenne die Kirschessigfliege?

Eigentlich eine einfache Sache- die zwei Flügelpunkte der Männchen wären leicht erkennbar. Und wo ein Männchen ist, ist in der Regel auch ein Weibchen der Kirschessigfliege. Leider fliegen die Insekten bei der leichtesten Berührung auf und sind verschwunden.  Die Suche beginnt von neuem… Hier eine kleine Hilfestellung:

combi-protec Identify KEFKEF MännchenEin Hilfsmittel zur Identifizierung kann hier ein großer durchsichtiger Gefrierbeutel sein, welcher mit einem Teelöffel Speiseöl auf der Innenseite benetzt wird und z. B. über eine von Essigfliegen besetzte Traube gestülpt wird. Die auffliegenden Essigfliegen bleiben am Ölfilm haften und im Anschluß kann eine einfache Kontrolle auf die Flügelpunkte erfolgen.

Wie erkenne ich Eier der Kirschessigfliege?

Wesentlich schwieriger als die Fliegen, lassen sich die Eier der KEF identifizieren. Mit einer Lupe (mind. 10 fache Vergrößerung) können Eier der Kirschessigfliege identifiziert werden. Die weißen Atemfäden (2 – 4 Stück) ragen aus der Frucht heraus oder haften an den Rändern der Öffnung an. Zum Teil sind Eier sehr tief in die Frucht abgelegt und die Fäden schauen nur ein kleines Stück aus der Frucht heraus. An den Trauben findet sich – je nach Wasserversorgung der Rebe – ein kleiner Fruchttropfen an der Eiablagestelle, welcher später eintrocknet.

Kontrollieren sie vor allem an windgeschützten Plätzen (also nicht windexponierte Randlagen!). Die Quetschprobe bringt bei den Trauben nicht immer ein korrektes Ergebnis.

Geplatzte und verletzte Beeren

Eiablage KEF Auch unreife und verletzte Beeren wurden so schon belegt, bevor eine Eiablage in der Fruchthaut möglich war. In der Folge kommt es auch zu Eiablagen der normalen Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Zur Unterscheidung eignen sich sehr gut die breiter ausgeformten Atemfäden der Eier.

 

 

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