combi-protec Genehmigung als Zusatzstoff im Obst- und Weinbau

Zusatzstoff nach §42 Pflanzenschutzgesetz zur Herstellung von Köder- Insektizidmischungen

Das Kombinationsverfahren gegen die Kirschessigfliege und Fruchtfliegenarten im Obst- und Weinbau

es freut uns mitteilen zu können, dass combi-protec generell als Zusatzstoff nach § 42 Pflanzenschutzgesetz, in Verbindung mit Artikel 81 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, bis zum 18. April 2023 in Deutschland genehmigt wurde. Über dies hinaus wurden nun alle speziell beantragten Mischungspartner seitens der Zulassungsbehörde als empfohlene Tankmischungen positiv beschieden.

combi-protec darf somit in Mischung mit allen Insektiziden, auch mit als B1 eingestuften Insektiziden, empfohlen und ausgebracht werden. Die von der Zulassungsbehörde festgesetzten Anwendungsgebiete (Kultur, Schadorganismus, Verwendungszweck), Kennzeichnungsauflagen und Anwendungsbestimmungen für den jeweiligen Pflanzenschutz- Mischungspartner, insbesondere hinsichtlich des Bienenschutzes, sind auch in der Tankmischung mit combi-protec einzuhalten.

Neben der generellen Genehmigung als Zusatzstoff (LZ 007570- 00), wurden auf Antrag folgende Tankmischungen durch die Zulassungsbehörde bewilligt (LZ 007570- 00/01 bis 05):

Kultur Indikation Insektizidmenge
je Hektar   
Aufwandmenge
je Hektar
Wassermenge
je Hektar
Süßkirsche, Sauerkirsche Kirschfruchtfliege 25 g Mospilan® SG 1,0 l combi-protec 20 Liter
Walnuss
Walnussfruchtfliege 25 g Mospilan® SG 1,0 l combi-protec 20 Liter
Himbeere, Brombeere, Johannisbeere
(rot, schwarz, weiß), Stachelbeere, Heidelbeere
(Freiland u. Gewächshaus)
Schwarzer Holunder (Freiland)
Kirschessigfliege 8 ml Spintor® SC 2,0 l combi-protec 40 Liter
Johannisbeerartiges Beerenobst
(Gewächshaus)
saugende und
beißende Insekten
10 ml Calypso® SC 1,0 l combi-protec 20 Liter
Weinbau (Tafel- und Keltertrauben) Drosophila- Arten 25 g Mospilan® SG 1,0 l combi-protec 20 Liter
Weinbau (Tafel- und Keltertrauben) Drosophila- Arten 5 ml Spintor® SC 1,0 l combi-protec 20 Liter
Weinbau (Tafel- und Keltertrauben) Gemeiner Ohrwurm 5 ml Spintor® SC 1,0 l combi-protec 20 Liter

Das Kombinationsverfahren mit combi-protec stellt ein äußerst effizientes, mittlerweile durch Versuche an verschiedenen Landesanstalten belegtes, kostengünstiges Verfahren mit optimalem Rückstands- und Umweltverhalten zur Bekämpfung der Kirschessigfliege und mehreren Fruchtfliegenarten dar. Die verschiedenen Insektizid- Kombinationen mit combi-protec können durch die nun umfassende Genehmigung auch auf andere Kulturen angewandt und empfohlen werden. Durch die neue Preisstruktur und die minimalen Ausbringungskosten stellt combi-protec im Kombinationsverfahren das kostengünstige Verfahren, ohne gravierenden Einfluss auf die Raubmilbenpopulation dar. Behandlungen während der Ernte sind aufgrund der minimalen eingesetzten Wirkstoffmengen unproblematisch. Die analysierten Rückstände lagen in verschiedenen behandelten Kulturen bereits am Tag der Anwendung bei maximal 10% der Rückstandshöchstmenge. So können auch die vorgegebenen kurzen Wartezeiten der Mischungspartner, ohne hohe Auslastung der Höchstmengengehalte, hinsichtlich der Vorgaben des Lebensmitteleinzelhandels genutzt werden.

combi-protec  ist als Betriebsmittel für den ökologischen Landbau in der Fibl Liste registriert und kann daher im ökologischen Landbau mit entsprechenden Insektiziden eingesetzt werden.

Bitte beachten Sie die Hinweise in der Gebrauchsanleitung/ Produktbeschreibung. Detaillierte Anwendungshinweise und weitere Anwendungsempfehlungen mit anderen Mischungspartnern im Kombinations- bzw. Köderverfahren unter www.combi-protec.com

Weinbau – Die Kirschessigfliege

combi-protec in Tankmischung mit dem Insektizid SpinTor® gegen Kirschessigfliege in Kelter- und Tafeltrauben im Freiland

Versuchsergebnisse aus dem Jahr 2016

Nach dem regnerischen Frühsommer 2016 startete der Weinbau mit einem vergleichbar hohem Besatz der Kirschessigfliege. Relevanter Befall und Schäden zeigten sich aufgrund der mehr als ungünstigen Witterung im August und September, jedoch nur in Randlagen und kleinklimatisch schwierigeren Gebieten. Unter diesen Bedingungen aussagekräftige Wirkungsversuche durchzuführen ist umso erfreulicher. In einem Versuch an der Staatlichen Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg, konnte ein Strategievergleich zwischen dem Kombinationsverfahren mit combi-protec + Spintor 5 ml (4x) und der empfohlenen Bekämpfungsstrategie mit Sprühanwendungen von Spintor 160 ml (2x) und Karate Zeon 37,5 ml (1x) in der Sorte Acolon angelegt und ausgewertet werden. Die unbehandelte Kontrolle befand sich hierbei zwischen den behandelten Varianten, was sich auch beim Befallsdruck in der Kontrollparzelle bemerkbar macht. Zur Ernte sind ca. 16% der Beeren mit Eiablagen, was ungefähr 14 Beeren je Traube entspricht (bei ca 90 Beeren je Traube). Ausgewertet wurden sowohl Befallshäufigkeit (befallene Beeren) als auch Befallsstärke (Anzahl Eiablagen) an mehreren Terminen, spätestens sechs Tage nach einer Anwendung.   Es zeigt sich ein signifikanter Unterschied zwischen den behandelten Parzellen und der unbehandelten Kontrolle.

Mit dem Kombinationsverfahren konnte im Versuch ein gleichwertiges Ergebnis wie mit den Sprühanwendungen Spintor und Karate Zeon erzielt werden.

männliche Kirschessigfliege an Saftaustritt mit Larve
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