Auf der Lauer….. erste Eiablagen im Spätburgunder.

Die Niederschläge der vergangenen Tage mit den nun gemäßigten Temperaturen sind ideal für die Ausbreitung der KEF in den Anlagen. Die hohe Luftfeuchte steigert die Eiproduktion und die Eiablagebereitschaft der Essigfliegen.

Aus den besonders in Randlagen und an durch Mäusefrass geschädigten Trauben aufgetretenen Erstbefall, schlüpft bereits die nächste Generation der Kirschessigfliege. Aus Württemberg und dem privaten  Eimonitoring sind nun auch erste Eiablagen auf Spätburgunder und unverletzten Trauben gemeldet worden. Wie sich der Reifeverlauf in den nächsten Wochen entwickelt ist noch nicht vorhersehbar und so bleiben noch mehrere Wochen bis die letzten Sorten gelesen werden.

Seien Sie wachsam und kontrollieren regelmäßig ihre Anlagen. Auch wenn es im Notfall immer noch eine vorzeitige Lese geben kann, ist diese immer mit finanziellen Einbußen verbunden.  Allein die Handlese mit ausputzen von Befallsnestern übersteigt die Aufwendungen für vorbeugende Pflanzenschutzmaßnahmen um ein vielfaches.  Auf die weinbaulichen Auswirkungen unter dem Stichwort “flüchtige Säure” wird Ihnen ihr Kellermeister Auskunft geben.

Bekämpfung

Starten Sie rechtzeitig die Maßnahmen zur Regulierung der Kirschessigfliege. Wie die Eiablagen in den verletzten Beeren zeigen, sind bereits eine Vielzahl an Kirschessigfliegen in den Anlagen. Diese warten nur auf die richtige Witterung und den richtigen Reifezustand der Beerenhaut, bis eine Eiablage möglich ist. Verpasst man den ersten Bekämpfungstermin um wenige Tage, so gehen bereits viele Einzelbeeren in Gärung über. Die dafür relevanten Hefen werden mit der Eiablage durch die Kirschessigliege in die Beeren  übertragen.  Diese essigstichigen Beeren locken wiederum die Essigfliegen aus der Umgebung an und erschweren enorm die weitere Bekämpfung.

Vorbeugende Behandlungen machen natürlich Sinn, wenn der Schaderreger sich wie jetzt bei der KEF in den Anlagen befindet und nur darauf wartet loszulegen. Eine kurative, heilende Wirkung ist nach Eiablage mit keinem Produkt möglich!

In Befallslagen empfehlen wir daher rechtzeitig mit den Behandlungen zu beginnen.

Im Kombinationsverfahren können 5 Behandlungen durchgeführt werden:

5 ml Spintor® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (2x) und gegen Ohrwurm (2x)

25 g Mospilan®SG + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (1x)

Für eine möglichst effektive Bekämpfung wird ein Behandlungsintervall von 6 Tagen empfohlen.

Die dieses Jahr sehr stark auftretende heimische Essigfliege (Drosophila melanogaster), wird bei diesen Maßnahmen natürlich mitbekämpft.

Kann ich die Wartezeit mit combi-protec verkürzen?

Die Wartezeit ist eine im Zulassungsverfahren für den Worst-Case Fall bestimmte Dauer zwischen Anwendung und Ernte um z. B. die vorgegebenen Rückstandshöchstmengen einzuhalten. Die Wartezeit garantiert die Einhaltung der Rückstandshöchstmengen. Wird die Wartezeit unterschritten und früher geerntet, liegt dies im Verantwortungsbereich des Landwirts. Es handelt sich hierbei um eine nicht mit einem Bußgeld bewehrte Anwendungsvorschrift. Im Falle einer Überschreitung der Rückstandshöchstmenge, liegt ein Verstoß nach dem Lebensmittelrecht vor.

In den in den letzten Jahren untersuchten Fruchtproben, welche direkt nach Anwendung des Kombinationsverfahrens gezogen wurden, konten zwischen ~ 0,5- 5 % der Rückstandshöchstmengen analysiert werden. Eine gleichmäßige Verteilung der combi-protec- Insektizid Tröpfchen über die Kultur muss dabei gewährleistet sein. Ist dies nicht der Fall, kann es an diesen Stellen zu einer höheren Auslastung der Rückstandshöchstmenge kommen. Wir empfehlen hierzu eigene Rückstandsuntersuchungen, für den Fall einer eigenverantwortlichen Verkürzung der Wartezeit.

Was wurde aus einer ungepflegten Regent Anlage ohne Bekämpfungsmaßnahmen?

Eine Notlese ist in dieser Anlage nicht mehr möglich! Das Bild zeigt die beprobte Anlage am 30. August. 0 Eiablagen am 28. August?  Regent Anlagen in der Nähe, bei denen die empfohlenen Laubarbeiten und Pflegemaßnahmen durchegführt wurden, sowie auch gegen die KEF behandelt wurde, zeigen sich im besten Gesundheitszustand!

Quelle: http://www.vitimeteo.de/monitoring/kefeifunde.shtml

Sehen Sie auch unter www.vitimeteo.de die aktuellen Ergebnisse des WBI  Monitorings.

 

 

 

 

Behandlungen vor Regen!

Sowohl bei den Köder- als auch den Sprühbehandlungen ist nach Niederschlägen mit einer reduzierten Wirksamkeit zu rechnen. Bereits Regenmengen von 10- 15 l/m²  sind dazu ausreichend um die Spritzbeläge bzw. Ködertropfchen abzuwaschen. Dies wurde auch für die gerade als “Regenfest” beworbenen Produkte in amerikanischen Studien belegt (http://msue.anr.msu.edu/news/rainfast_characteristics_of_insecticides_on_fruit). In den USA werden in der Kirschessigfliegenbekämpfung, für alle Produktgruppen, Wiederholungsbehandlungen nach 12,5 l Niederschlag empfohlen!

Entgegen der allgemeinen Empfehlung, werden die Behandlungen vor Niederschlägen (24- 48 Stunden vorher) von uns als sehr wichtig eingestuft und empfohlen!

Die Niederschläge führen zu idealen Eiablagebedingungen und zu einer höheren Eiproduktion bei der Kirschessigfliege. Somit bekommen die Bekämpfungsmaßnahmen ein bis zwei Tage vor Niederschlagsereignissen eine erhöhte Bedeutung! Bereits geringe Populationen sind unter diesen Bedingungen in der Lage  Schäden zu verursachen. Wird erst nach den Niederschlägen behandelt, so entwickeln sich die Maden weiter da kein kurativ wirksames Mittel zur Verfügung steht und der Befall schaukelt sich auf.
Die Abstände zwischen den Behandlungen müssen dadurch nur im Falle von sehr starkem Zuflug reduziert werden.

 

 

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