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Erste Eiablagen der Kirschessigfliege in den frühen Traubensorten

Zwei Eiablagestellen-mit und ohne Saftaustritt

Zwei Eiablagestellen – mit und ohne Saftaustritt

Die Witterungsbedingungen der letzten Tage waren eigentlich mehr als ungünstig für Eiablagen der Kirschessigfliege (KEF). Hohe Temperaturen mit geringer Luftfeuchte reduzieren die Aktivität der Fliegen. Die hohe Ausgangspopulation aus den Kirschen konnte sich sicher noch nicht flächig in die Rebbestände ausbreiten. Umso erstaunlicher ist, dass sich bei der heutigen Beprobung erste Eiablagen- in nicht unerheblichem Maß, an  normal ausgeprägten, unverletzten Beeren der frühen Sorte Acolon zeigten. An verletzten Früchten, z. B. durch Mäuse oder Schneckenfrass, wurden bereits letzte Woche KEF Eiablagen festgestellt, aber in sehr geringer Anzahl. An den kleinen, unterentwicklelten Beeren sind häufiger Eiablagen feststellbar.

Aktuell konnten in einer zufälligen Stichprobe 11 Eier auf 100 Beeren (Acolon) festgestellt werden (Ihringen später Bestand, Beeren vollständig umgefärbt, Befallshäufigkeit 12,7%, Stand 14.8.20). In der Nähe verletzter Beeren sind deutlich mehr Eiablagen auf den Beeren. Es handelt sich um sehr frische Eiablagen aus den letzten zwei Tagen.

Mit der angesagten wechselhaften Witterung mit lokalen Schauern und hoher Luftfeuchte, wird die Aktivität der KEF deutlich ansteigen und auch eine Verbreitung in die größeren Bestände möglich sein. Mit fortschreitender Reifeentwicklung und der angesagten Witterung wird sich der Druck noch erhöhen.

Unsere Empfehlung: Kontrollieren Sie unbedingt Ihre anfälligen Anlagen! Besonders gefährdet sind hierbei Anlagen in Wald- und Böschungsnähe. Kontrollieren Sie an mehreren Stellen der Anlage, der Befall kann sehr unterschiedlich und lokal sein. Auch bekannt feuchtere Anlagen sind eher gefährdet. Wichtig: beobachten Sie den Flug der Kirschessigfliege in den Morgenstunden bis 10 Uhr. Hier zeigt die Fliege die größte Aktivität.

Bekämpfung

Starten Sie rechtzeitig die Maßnahmen zur Regulierung der Kirschessigfliege. Wie die jetzigen Eiablagen zeigen, ist in den frühen Sorten der richtige Reifezustand der Beerenhaut erreicht und Eiablagen leicht möglich. Verpasst man den ersten Bekämpfungstermin um wenige Tage, so gehen bereits viele Einzelbeeren in Gärung über. Die dafür relevanten Hefen werden mit der Eiablage durch die Kirschessigliege in die Beeren  übertragen.  Diese essigstichigen Beeren locken wiederum die Essigfliegen aus der Umgebung an und erschweren enorm die weitere Bekämpfung.

Eine frühzeitige Bekämpfung, mit noch geringen Populationsdichten, wird wie bei anderen Schaderregern auch, den größten und nachhaltigsten Bekämpfungserfolg erzielen. In Befallslagen empfehlen wir daher rechtzeitig mit den Behandlungen zu beginnen.

Im Kombinationsverfahren können 5 Behandlungen durchgeführt werden:

5 ml Spintor® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (2x) und gegen Ohrwurm (2x)

25 g Mospilan®SG + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (1x)

eine weitere empfohlene Kombination ist:

12,5 g Minecto One® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten gegen Kirschessigfliege (1x)

(Minecto One® enthält den gleichen Wirkstoff (Cyantraniliprole) wie “Exirel”)

Für eine möglichst effektive Bekämpfung wird ein Behandlungsintervall von maximal 6 Tagen empfohlen.

Behandlungen vor Regen!

Sowohl bei den Köder- als auch den Sprühbehandlungen ist nach Niederschlägen mit einer reduzierten Wirksamkeit zu rechnen. Bereits Regenmengen von 10- 15 l/m²  sind dazu ausreichend um die Spritzbeläge bzw. Ködertropfchen abzuwaschen. Dies wurde auch für die gerade als “Regenfest” beworbenen Produkte wie Exirel (Diamaide Wirkstoffe) in amerikanischen Studien belegt (http://msue.anr.msu.edu/news/rainfast_characteristics_of_insecticides_on_fruit). In den USA werden in der Kirschessigfliegenbekämpfung, für alle Produktgruppen, Wiederholungsbehandlungen nach 12,5 l Niederschlag empfohlen!
Entgegen der allgemeinen Empfehlung, werden die Behandlungen vor Niederschlägen (24- 48 Stunden vorher) von uns als sehr wichtig eingestuft und empfohlen!
Die Niederschläge führen zu idealen Eiablagebedingungen und zu einer höheren Eiproduktion bei der Kirschessigfliege. Somit bekommen die Bekämpfungsmaßnahmen ein bis zwei Tage vor Niederschlagsereignissen eine erhöhte Bedeutung! Bereits geringe Populationen sind unter diesen Bedingungen in der Lage  Schäden zu verursachen. Wird erst nach den Niederschlägen behandelt, so entwickeln sich die Maden weiter da kein kurativ wirksames Mittel zur Verfügung steht und der Befall schaukelt sich auf.
Die Abstände zwischen den Behandlungen müssen dadurch nur im Falle von sehr starkem Zuflug reduziert werden.

Wie erkenne ich Eier der Kirschessigfliege?

Wesentlich schwieriger als die Fliegen, lassen sich die Eier der KEF identifizieren. Mit einer Lupe (mind. 10 fache Vergrößerung) können Eier der Kirschessigfliege identifiziert werden. Die weißen Atemfäden (2 – 4 Stück) ragen aus der Frucht heraus oder haften an den Rändern der Öffnung an. Zum Teil sind Eier sehr tief in die Frucht abgelegt und die Fäden schauen nur ein kleines Stück aus der Frucht heraus. An den Trauben findet sich – je nach Wasserversorgung der Rebe – ein kleiner Fruchttropfen an der Eiablagestelle, welcher später eintrocknet.

Kontrollieren sie vor allem an windgeschützten Plätzen (also nicht windexponierte Randlagen!). Die Quetschprobe bringt bei den Trauben nicht immer ein korrektes Ergebnis.

Geplatzte und verletzte Beeren

Eiablage KEF Auch unreife und verletzte Beeren wurden so schon belegt, bevor eine Eiablage in der Fruchthaut möglich war. In der Folge kommt es auch zu Eiablagen der normalen Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Zur Unterscheidung eignen sich sehr gut die breiter ausgeformten Atemfäden der Eier.

 

 

 

 

Lesen Sie hierzu auch unseren aktuellen Flyer mit Infos zur Ausbringtechnik.

Sehen Sie auch unter www.vitimeteo.de die aktuellen Ergebnisse des WBI  Monitorings. Um die Ergebnisse des wöchentlichen Monitorings zu sehen, geben Sie auf der neu gestalteten Webseite bei “Klasse und Gruppe wählen”: “Probe/Bonitur/Schädling” ein, und daneben unter “Objekt wählen”: “KEF Eiablage Probe”. Leider lässt sich kein direkter Link zu dieser Seite erstellen…..

 

Walnussfruchtfliege 2020

Walnussfruchtfliege

Walnussfruchtfliege

Der Flug der Walnussfruchtfliege hat so früh wie noch nie in der ersten Juliwoche begonnen. Die Fänge auf den Gelbtafeln sind im südbadischen Raum noch sehr gering, dürften aber die nächsten Tage deutlich ansteigen. Im Berliner Raum konnten zeitgleich die ersten Fliegen identifiziert werden. Die Bodenfeuchte ist allgemein ausreichend für einen ungehinderten Schlupf in den nächsten Tagen.

Die erste Köderbehandlung wird vor Beginn der Eiablage, etwa eine Woche früher als in 2019, ab dem 15. Juli empfohlen. Anschlußbehandlungen nach jeweils 8 bis 10 Tagen durchführen. Die letzte Behandlung wird für die später reifenden Sorten um den 25. August, abhängig vom Flugverlauf der Walnussfruchtfliege empfohlen.

Mittelauswahl Köderverfahren mit 20l Spritzbrühe je Hektar (grobtropfig ausgebracht):
25 g Mospilan SG (WZ  28, max. 2x) + combi-protec 1l
25 ml Calypso (Restmengen, WZ 14, max 2x) + combi-protec 1l

Im Fall von Niederschlägen über 10 l/m² im Verlauf von zwei Tagen nach einer Behandlung, wird eine vorgezogene Anschlußbehandlung bereits nach 5 Tagen empfohlen.

Alternativ dazu oder im Wechsel: Sprühbehandlungen  in 10 bis maximal 14 tägigem Abstand, ab 20. Juli (1.8/ 10.8/ 20.8).

Mittelauswahl:

Mospilan SG 0,125 g (WZ  28, max 0,375kg/ha, max. 2x) und Restmengen Calypso 0,25l/ha (WZ 14, max 2x).

Wartezeit bei Mospilan SG mit 28 Tagen beachten! Die Früchte müssen für eine gute Wirkung im Sprühverfahren umfassend benetzt werden. Die Wirkung der Sprühbehandlung auf die adulten Fliegen ist im Gegensatz zum Köderverfahren nur als schwach einzustufen.

 

Stand 03. Juli 2020

Kirschfruchtfliege- Kirschessigfliege Strategieplan 2020

 

In den bislang nur mit Mospilan behandelten frühen Tafelkirschen wurden bereits Eiablagen der Kirschessigfliege festgestellt. Die Bedingungen sind derzeit günstig. Es wird dringend angeraten, mit der KEF Bekämpfung zu beginnen, die nach Notfallzulassung nach §53 PflSchG für Spintor wurde heute offiziell erteilt .

Aufwandmenge: 0,05l Spintor  B1 [RZ=10] WZ=5 (max 2x, max 0,2l/ha u. Jahr) in Süß- u. Sauerkirschen, Pflaume, Zwetsche, Mirabelle, Reneklode; Wartezeit 7 Tage in Pfirsich, Aprikose,

SpinTor_Kirschessigfliege_div_Steinobst_2020 (zum Download)

Demnach ergibt sich folgende Mittelauswahl:

0,05l Spintor* (B1; [RZ=10] WZ=?, max 2x, max 0,1l/ha u. Jahr;*nach Zulassung nach §53 PflSchG.

0,375 l/hamKh Exirel (§53, B1; max 1,o l/ha, max 2l/ha u. Saison) [RZ=?] WZ= 7 (max 2x)

Köderkombinationen: 5 ml Spintor* / 25 g Mospilan / 15 ml Exirel + 1l combi-protec

0,125 kg Mospilan B4 [RZ=40] WZ=7 (max 2x)

Monilia/ Botrytis: 0,2l Luna Experience [RZ=15] (WZ = 7, max 2x; Achtung Mospilan B4 => B1!) EGRO, 0,25 kg Signum [RZ=40] (max 3x, WZ = 7)

Empfehlung für Tafelkirschen (*nach §53 Zulassung Spintor):

Stadium Tage vor der Ernte Sprühbehandlung / Kombi- Verfahren
Gelb (- Rote Backe)
21 Mospilan 0,125 kg, WZ=7,  + Spintor* 0,05 l (WZ=?) / Exirel 0,375 l (bei starkem KEF Druck + combi-protec 1,0 l) +0,2l Luna Experience [RZ=15] (WZ = 7, EGRO, max 2x) oder Signum 0,25 kg
Rot 15 Spintor* 5 ml /Exirel 15 ml/ Mospilan 25 g + combi-protec 1l
Rot 10-7 Mospilan 0,125 kg, WZ=7,  + Spintor* 0,05 l/ha (WZ=?)/Exirel 0,375 l + combi-protec 1,0 l +
0,2l Luna Experience [RZ=15] (WZ = 7, EGRO, max 2x) oder Signum 0,25 kg
Rot 5 Spintor* 5 ml /Exirel 15 ml/ Mospilan 25 g + combi-protec 1l
Ernte* +5 Spintor* 5 ml /Exirel 15 ml/ Mospilan 25 g + combi-protec 1l

 

Ohne Köder- Zwischenbehandlungen wird empfohlen die Abstände zwischen den Sprühanwendungen mit Spintor auf maximal 5 Tage im Freiland und bis 7 Tage unter Folienabdeckung, zu verkürzen, da sich ansonsten Wirkungslücken ergeben können.

Falls von Vermarktungsseite eine Wirkstoffbeschränkung vorliegt, sollte man sich für Exirel oder Spintor entscheiden und dieses dann durchgängig anwenden!

Download: 2020 Bekämpfungstermine KEF KIFU

Nur 0,1l Spintor je Hektar?

Welche Wirkung ist nun von Spintor mit 0,1l/ha- also einem Drittel der bislang üblichen Aufwandmenge- zu erwarten? . In den im letzten Jahr durchgeführten Käfigversuchen kann man dies gut erkennen. Es ist mit der Aufwandmenge von 0,1l Spintor mit einem langsameren Wirkungseintritt und mit einer geringeren Gesamtmortalität der Fliegen zu rechnen. Durch den Zusatz von 1l combi-protec in die Spritzbrühe (bei normalem Wasseraufwand und normaler Sprühtechnik) kann mit 0,1l Spintor ein deutlich schnellerer Wirkungseintritt (nach drei Stunden 60%, nach 8 Stunden über 85%) und stärkere Wirkung als mit voller Aufwandmenge Spintor 0,2l/ha erreicht werden.

Warum ist die Geschwindigkeit so von Bedeutung?
Je schneller die zufliegenden Kirschessigfliegen den Wirkstoff aufnehmen kann, desto kleiner wird der Zeitraum für mögliche Eiablagen. Gerade hinsichtlich kleiner Parzellen, starkem Zuflug und hoher Populationsdichte kann diese Verbesserung entscheidend sein!

Diese Versuche sind mehrfach wiederholt worden und können so gut auf das Freiland übertragen werden. Es liegen mit dieser Mischung mehrjährige gute Praxis Erfahrungen aus dem Beerenobst vor.

Wie sieht es aus mit der Dauerwirkung?

Die zu erwartende Dauerwirkung einer Sprühbehandlung mit Spintor 0,2l/ha wird in aktuellen Versuchsergebnissen der Beerenobst- Versuchsstation Langförden/ Esteburg, aus dem Jahr 2019 ersichtlich. Bereits zwei Tage nach der Anwendung könnn die Fliegen nicht mehr genug Wirkstoff aufnehmen und es überleben genau soviele wie in einer unbehandelten Kontrolle. Im Gegensatz dazu zeigt sich die Kombination Spintor+ combi-protec als Köderbehandlung in 40l ausgebracht, als dauerhaft wirksam, was nach holländischen Untersuchungen bis zu 7 Tage unter Folienüberdachung anhält.

combi-protec wirkt – schneller und länger!

combi-protec Köderbehandlungen mit 96% reduzierter Aufwandmenge von SpinTor und Exirel im Vergleich zum Standardaufwand
Hierzu wurden Versuche an der Beerenobst Versuchsstation in Langförden (Esteburg Jork) durchgeführt. Im Gewächshaus wurden Himbeerpflanzen im Köderverfahren, und  vollflächig im Sprühverfahren, mit den empfohlenen Aufwandmengen behandelt. Teile der Pflanzen wurden sofort nach antrocknen des Spritzbelages und zwei Tage später in spezielle Käfige eingesetzt und dort die Wirkung auf zugesetzte Kirschessigfliegen (KEF) untersucht. Damit lässt sich gut zeigen, was nach den Anwendungen im Bestand mit vorhandenen oder zufliegenden KEF passiert.
Warum ist die Geschwindigkeit so von Bedeutung?
Zufliegende Kirschessigfliegen können die Wirkstoffe schneller aufnehmen. Der Zeitraum für mögliche Eiablagen durch die Kirschessigfliege wird somit wesentlich verkürzt. Gerade hinsichtlich kleiner Parzellen, starkem Zuflug und hoher Populationsdichte kann diese Verbesserung entscheidend sein!
Die Versuchsergebnisse zeigen, dass nach den Köderbehandlungen mit combi-protec + Spintor, die Wirkung bereits innerhalb weniger Stunden eintritt. Nach 16 Stunden beträgt der Wirkungsgrad fast 90%. In eigenen Versuchsreihen und Beobachtungen unter Praxisbedingungen, wird dieser Wert bereits nach 3 – 6 Stunden erreicht. Der vergleichbare Effekt wird bei den vollflächigen Behandlungen erst nach fast zwei Tagen erreicht. combi-protec steigert als Fraßstimulanz die Aufnahme der Wirkstoffe und verstärkt so deutlich die Wirkung!
Auch um 96% reduzierte SpinTor und Exirel Aufwandmengen zeigen in der Kombination mit combi-protec  höhere Wirkungsgrade und längere Wirksamkeit als ohne Zusatz! Fliegen die mit dem zwei Tage alten Belag in Kontakt kommen, werden in den combi-protec Varianten immer noch effektiv bekämpft. Die Wirkung hält anderen Studien zufolge bis zu 7 Tage unter Folienüberdachung an.
Reicht es nicht aus wenn nach zwei Tagen alle Fliegen bekämpft wurden?

Betrachtet man die Anzahl der überlebenden Kirschessigfliegen im Versuch, so wird deutlich, dass beim Standard- Sprühverfahren ohne Zusatz von combi-protec, ein sehr hoher Anteil Kirschessigfliegen überlebt und weiterhin aktiv in Eiablage sein kann. Der Effekt verstärkt sich bei Spritzbelägen die bereits älter sind, oder wie andere Studien zeigen, nachdem Niederschläge den Spritzbelag reduziert haben.

Zusammenfassung

 

 

Update: Kirschessigfliege in Tafel- und Keltertrauben

Update: Kirschessigfliege in Tafel- und Keltertrauben

Nach den Niederschlägen ist ausreichend Feuchtigkeit in den Anlagen und mit abnehmenden Nachttemperaturen ist regelmäßig Tau und damit Luftfeuchte in den Morgenstunden vorhanden. Die Tagestemperaturen um 20- 25 bieten immer noch ideale Bedingungen für die Larvenentwicklung und Hefewachstum in den Beeren. Der Fliegendruck steigt an und in den durch Mäusefrass oder Hagelschlag vorgeschädigten Anlagen ist ohne Behandlung bereits Befall sichtbar. Befall tritt derzeit wie zu erwarten war in  den bekannten anfälligen Sorten wie z. B. in Acolon, Regent, Dornfelder, Roter Gutedel, Cabernet Dorsa und Dunkelfelder auf. Randlagen zu Böschungen und Wäldern sind weiterhin besonders gefährdet und ziehen durch Vorbefall weiterhin Fliegen an.

In der Fläche wurden bisher kein Befall an Spätburgunder im Badischen gesichtet, was aber vor allem am Reifezustand der Beeren liegt. In Württemberg gibt es erste Befallsmeldungen in der Sorte (http://monitoring.vitimeteo.de/$/).  Achten Sie hier mit ansteigenden Öchsle Werten auf Beflug und in den kompakten Sorten auf Befall an geplatzten Beeren und den ersten Botrytisnestern.

Auch Spätburgunder zeigt an den kleinsten Beeren in den letzten Tagen Platzer mit Saftaustritt! Hier können in den nächsten Tagen Eiablagen durch die KEF und heimische Essigfliegen die den weiteren Befallsverlauf deutlich anheizen. Dies hat deutlich negativen Einfluss auf die Essigbildung wie Untersuchungen aus Frankreich belegen. Frühzeitige Ernte ist hier natürlich eine Lösung, wird sich aber eher negativ auf Qualität und Erlöse auswirken. Bei idealen Erntebedingungen kann schnell reagiert werden wie man in den letzten Jahren gesehen hat. Dies muss sich aber nicht unbedingt jedes Jahr wiederholen. Warten Sie daher bei deutlichem Beflug der Anlage nicht zu lange mit Bekämpfungsmaßnahmen. Kompakte Sorten bei der Kontrolle auf Fliegenbesatz mehrfach schütteln, da sich die Fliegen oftmals im inneren der Traube an abgedrückten Beeren aufhalten.

Mittelauswahl: Im Kombinationsverfahren können insgesamt 6 Behandlungen durchgeführt werden

5 ml Spintor® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (2x) und gegen Ohrwurm (2x)

25 g Mospilan®SG + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (1x)

16 – 30 ml Exirel® + 1 l combi-protec gegen Kirschessigfliege (1x)

Die Wartezeiten entsprechen offiziell den Wartezeiten der Insektizide. Maßgebend und rechtlich relevant ist die Einhaltung der Rückstände im Ernte.  In den zurückliegenden Jahren hat sich gezeigt, dass vier Tage nach der Behandlung keine Rückstände mehr analysierbar waren.

Karate Zeon ist in diesem Jahr nicht zugelassen und darf daher nicht eingesetzt werden.

Beachten Sie auch die Befallszahlen in Vitimeteo, die aber nicht immer mit privat organisierten Untersuchungen übereinstimmen, aber doch erstaunliche Unterschiede in den verschiedenen Landesteilen aufzeigen…

 

combi-protec in Tankmischung mit vollem Wasseraufwand?

combi-protec als Zusatz zu Spintor oder Exirel bei vollem Wasseraufwand?

Im Köderverfahren kann mit 20- 40 Liter einer 5 % igen combi-protec Lösung die Wirkung der Insektizide auf die Kirschessigfliege stark gesteigert werden und ist gleichwertig einer Vollflächen Behandlung. Ist auch durch den Zusatz von combi-protec in die normale Spritzbrühe – mit wesentlich geringeren Konzentration- eine Wirkungssteigerung möglich? 
Unsere aktuellen Versuchsergebnisse zeigen, dass bereits der Zusatz von einem Liter je Hektar ausreicht, um bei vollflächiger Applikation eine deutlich gesteigerte Wirkung zu erzielen.
In den combi-protec Varianten sind nach bereits 3 Stunden knapp 60%, nach 8 Stunden über 85% der Kirschessigfliegen abgetötet. Im Vergleich dazu sind bei der Anwendung ohne combi-protec nur annähernd 30% und 45% der Kirschessigfliegen im gleichen Zeitraum abgetötet. Auch geringere SpinTor Aufwandmengen zeigen in der Kombination und vollflächigem Einsatz  höhere Wirkungsgrade als ohne Zusatz.
Nach bereits 8 Stunden sind 85% der Kirschessigfliegen abgetötet. Im Vergleich dazu sind bei der Anwendung ohne combi-protec nur 20% der Kirschessigfliegen abgetötet. Auch geringere Exirel Mengen zeigen in der Kombination und vollflächigem Einsatz die höhere Wirkungsgrade als ohne Zusatz.

Welchen Nutzen kann der Zusatz bringen?

Warum ist die Geschwindigkeit so von Bedeutung?

Zufliegende Kirschessigfliegen können die Wirkstoffe schneller aufnehmen. Der Zeitraum für mögliche Eiablagen durch die Kirschessigfliege wird somit wesentlich verkürzt. Gerade hinsichtlich kleiner Parzellen, starkem Zuflug und hoher Populationsdichte kann diese Verbesserung sehr interessant und entscheidend sein!

Keine Umstellung des Sprühgerätes!

Ältere Sprühgeräte mit sehr hohen Pumpenleistungen können Probleme beim Umstieg auf das Köderverfahren haben. Eine starke Erwärmung der Spritzbrühe kann so vermieden werden und regulärem Druck und Geschwindigkeit gefahren werden.

 

 

Erste Eiablagen der Kirschessigfliege in den frühen Traubensorten

Zwei Eiablagestellen-mit und ohne Saftaustritt

Zwei Eiablagestellen – mit und ohne Saftaustritt

Durch die derzeit idealen Witterungsbedingungen und hohe Ausgangspopulation aus den Kirschen konnte sich die Kirschessigfliege (KEF) bereits in die Rebbestände ausbreiten. Erste Eiablagen gibt es lokal an den frühen Sorten wie Acolon oder Regent. An verletzten Früchten, z. B. durch Mäuse oder Schneckenfrass, werden Eier seit bereits zwei Wochen durch die heimische Essigfliege, aber auch durch die KEF abgelegt. In der Nähe solcher Befallsstellen ist auch schon deutlicher Beflug durch Essigfliegen feststellbar. Kontrollieren Sie nun dort zuerst auf Eiablagen an unverletzten, reifen Einzelbeeren!

Aktuell konnten bis zu 14 Eier auf 100 Beeren (Acolon) festgestellt werden (Ihringen später Bestand, Beeren gerade vollständig umgefärbt, Befallshäufigkeit 10%, Stand 19.8.19). An Regent wurden 4 Eier auf 50 Beeren festgestellt (Ihringen, späte Lage im umfärben, Befallshäufigkeit 8%, Stand 19.8.19).

Mit fortschreitender Reifeentwicklung und der wechselhaften Witterung wird sich der Druck noch erhöhen.

Sehen Sie auch unter www.vitimeteo.de die aktuellen Ergebnisse des WBI  Monitorings.

Unsere Empfehlung: Kontrollieren Sie unbedingt Ihre anfälligen Anlagen! Besonders gefährdet sind hierbei Anlagen in Wald- und Böschungsnähe. Kontrollieren Sie an mehreren Stellen der Anlage, der Befall kann sehr unterschiedlich und lokal sein. Auch bekannt feuchtere Anlagen sind eher gefährdet. Wichtig: beobachten Sie den Flug der Kirschessigfliege in den Morgenstunden bis 10 Uhr. Hier zeigt die Fliege die größte Aktivität.

Bekämpfung

Starten Sie rechtzeitig die Maßnahmen zur Regulierung der Kirschessigfliege. Wie die Eiablagen in den verletzten Beeren zeigen, sind bereits eine Vielzahl an Kirschessigfliegen in den Anlagen. Diese warten nur auf die richtige Witterung und den richtigen Reifezustand der Beerenhaut, bis eine Eiablage möglich ist. Verpasst man den ersten Bekämpfungstermin um wenige Tage, so gehen bereits viele Einzelbeeren in Gärung über. Die dafür relevanten Hefen werden mit der Eiablage durch die Kirschessigliege in die Beeren  übertragen.  Diese essigstichigen Beeren locken wiederum die Essigfliegen aus der Umgebung an und erschweren enorm die weitere Bekämpfung.

Eine frühzeitige Bekämpfung, mit noch geringen Populationsdichten, wird wie bei anderen Schaderregern auch, den größten und nachhaltigsten Bekämpfungserfolg erzielen. In Befallslagen empfehlen wir daher rechtzeitig mit den Behandlungen zu beginnen.

Im Kombinationsverfahren können 5 Behandlungen durchgeführt werden:

5 ml Spintor® + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (2x) und gegen Ohrwurm (2x)

25 g Mospilan®SG + 1 l combi-protec gegen Drosophila Arten (1x)

Für eine möglichst effektive Bekämpfung wird ein Behandlungsintervall von 6 Tagen empfohlen.

Lesen Sie hierzu auch unseren aktuellen Flyer mit Infos zur Ausbringtechnik.

Infoflyer 2019 (PDF)

Behandlungen vor Regen!

Sowohl bei den Köder- als auch den Sprühbehandlungen ist nach Niederschlägen mit einer reduzierten Wirksamkeit zu rechnen. Bereits Regenmengen von 10- 15 l/m²  sind dazu ausreichend um die Spritzbeläge bzw. Ködertropfchen abzuwaschen. Dies wurde auch für die gerade als “Regenfest” beworbenen Produkte in amerikanischen Studien belegt (http://msue.anr.msu.edu/news/rainfast_characteristics_of_insecticides_on_fruit). In den USA werden in der Kirschessigfliegenbekämpfung, für alle Produktgruppen, Wiederholungsbehandlungen nach 12,5 l Niederschlag empfohlen!
Entgegen der allgemeinen Empfehlung, werden die Behandlungen vor Niederschlägen (24- 48 Stunden vorher) von uns als sehr wichtig eingestuft und empfohlen!
Die Niederschläge führen zu idealen Eiablagebedingungen und zu einer höheren Eiproduktion bei der Kirschessigfliege. Somit bekommen die Bekämpfungsmaßnahmen ein bis zwei Tage vor Niederschlagsereignissen eine erhöhte Bedeutung! Bereits geringe Populationen sind unter diesen Bedingungen in der Lage  Schäden zu verursachen. Wird erst nach den Niederschlägen behandelt, so entwickeln sich die Maden weiter da kein kurativ wirksames Mittel zur Verfügung steht und der Befall schaukelt sich auf.
Die Abstände zwischen den Behandlungen müssen dadurch nur im Falle von sehr starkem Zuflug reduziert werden.

Wie erkenne ich Eier der Kirschessigfliege?

Wesentlich schwieriger als die Fliegen, lassen sich die Eier der KEF identifizieren. Mit einer Lupe (mind. 10 fache Vergrößerung) können Eier der Kirschessigfliege identifiziert werden. Die weißen Atemfäden (2 – 4 Stück) ragen aus der Frucht heraus oder haften an den Rändern der Öffnung an. Zum Teil sind Eier sehr tief in die Frucht abgelegt und die Fäden schauen nur ein kleines Stück aus der Frucht heraus. An den Trauben findet sich – je nach Wasserversorgung der Rebe – ein kleiner Fruchttropfen an der Eiablagestelle, welcher später eintrocknet.

Kontrollieren sie vor allem an windgeschützten Plätzen (also nicht windexponierte Randlagen!). Die Quetschprobe bringt bei den Trauben nicht immer ein korrektes Ergebnis.

Geplatzte und verletzte Beeren

Eiablage KEF Auch unreife und verletzte Beeren wurden so schon belegt, bevor eine Eiablage in der Fruchthaut möglich war. In der Folge kommt es auch zu Eiablagen der normalen Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Zur Unterscheidung eignen sich sehr gut die breiter ausgeformten Atemfäden der Eier.

 

 

Walnussfruchtfliege 2019

Walnussfruchtfliege

Walnussfruchtfliege

Der Flug der Walnussfruchtfliege hat in der zweiten Juliwoche begonnen. Die Fänge auf den Gelbtafeln sind bedingt durch den teils trockenen Boden noch meist auf niedrigem Niveau. Nach den nächsten ergiebeigen Niederschlägen ist mit einem deutlich verstärktem Schlupf der Fliegen aus den obersten Bodenschichten zu rechnen.

Die erste Behandlung wird daher um den 20. Juli empfohlen. Anschlußbehandlungen nach jeweils 8 bis 10 Tagen durchführen. Die letzte Behandlung wird für die später reifenden Sorten um den 25- 30. August empfohlen. In Gebieten mit früherem Flugbeginn wie z. B Berlin (Anfang Juli), wird empfohlen mit den Behandlungen bereits in dieser Woche zu beginnen.

Mittelauswahl Köderverfahren mit 20l Spritzbrühe je Hektar (grobtropfig ausgebracht):
25 g Mospilan SG (WZ  28, max. 2x) + combi-protec 1l
25 ml Calypso (WZ 14, max 2x) + combi-protec 1l

Im Fall von Niederschlägen über 10 l/m² im Verlauf von zwei Tagen nach einer Behandlung, wird eine vorgezogene Anschlußbehandlung bereits nach 5 Tagen empfohlen.

Alternativ dazu oder im Wechsel: Sprühbehandlungen  in 10 bis maximal 14 tägigem Abstand, ab 25. Juli (5.8/ 15.8/25.8).

Mittelauswahl:

Mospilan SG 0,125 g (WZ  28, max 0,375kg/ha, max. 2x) und Calypso 0,25l/ha (WZ 14, max 2x).

Wartezeit bei Mospilan SG mit 28 Tagen beachten! Die Früchte müssen für eine gute Wirkung im Sprühverfahren umfassend benetzt werden. Die Wirkung der Sprühbehandlung auf die adulten Fliegen ist im Gegensatz zum Köderverfahren nur als schwach einzustufen.

Stand 16. Juli 2019

 

 

Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege 2019

Kirschessigfliege / Stand 24. Mai 2019

Eiablagen der Kirschessigfliege sind im gesamten badischen Gebiet auf den lokalen Frühsorten zu finden. Dabei sind bereits 15-20% der Früchte mit frischen Eiablagen! Die Entwicklung wird mit den derzeitigen Temperaturen normal verlaufen und sich schnell die Population vergrößern. Somit besteht dieses Jahr ab Umfärbung der Kirschen auf Gelb- Rot das Risiko für Eiablagen durch die KEF.

Die Niederschläge der vergangenen Tage boten ideale Bedingungen für die Einwanderung der Kirschessigfliege (KEF) in die Anlagen von außerhalb. Aktuell sind vor allem Anlagen in Ortsnähe gefährdet, da die Überwinterung vorwiegend im bebauten Raum stattfinden dürfte. Gerade die Frühsorten zeigten in den letzten Jahren immer wieder Befall und sollten daher gewissenhaft beobachtet und behandelt werden. Auf den ersten roten Backen legt die KEF bevorzugt ihre Eier ab.  Auch vermeintlich rötelnde Früchte werden belegt. Keines der zugelassenen Pflanzenschutzmittel hat eine effiziente Wirkung auf bereits abgelegte Eier der  Kirschessigfliege- auch wenn dies so beworben wird.   Wenn überhaupt tritt die Wirkung auf Larven erst zu einem viel zu späten Zeitpunkt ein, bei dem die Frucht schon nicht mehr vermarktungsfähig ist! Dieser Frühbefall ist für den späteren Befallsverlauf äusserst tückisch, da diese befallenen Früchte weitere Kirschessigfliegen in die Anlage locken. Mit der Bekämpfung der Kirschessigfliege ist spätestens bei Farbumschlag Gelb- Rot (und einsetzendem Dickenwachstum) zu beginnen! Vorbeugende Behandlungen haben absolute Priorität!

Ob sich wie in den letzten Jahren im mittleren Reifeverlauf eine Pause einstellt, bleibt abzuwarten. Meist war es in diesem Zeitraum extrem trocken und heiß. 

Wichtig!

Für eine erfolgreiche Bekämpfung sind kurze Intervalle zwischen den Behandlungen notwendig! Eine Dauerwirkung von mehr als 7 Tagen ist bei keinem der Produkte, auch nicht mit Additiven wie Nu- Film P gegeben. Bekämpfungslücken können Eiablagen zur Folge haben, welche bei Entwicklung der Larven und Hefen in den Früchten, immer weitere Kirschessigfliegen anlocken. Die Bekämpfung wird dadurch deutlich erschwert!

Köderbehandlungen mit combi-protec, in Verbindung mit Spintor oder Mospilan, haben eine vergleichbare Wirkung wie die Sprühbehandlungen. Wichtig ist die schnelle Wirkstoffaufnahme der Fliegen, was zu einer sehr schnellen Abtötung der Fliegen führt. Es werden dabei sowohl Kirschessig- als auch Kirschfruchtfliege erfasst. Durch die geringen Wirkstoffmengen ist auch eine Unterschreitung der empfohlenen Wartezeiten möglich.

Exirel in Verbindung mit combi-protec? Eine Kombination von Exirel, welches als reiner Fraßwirkstoff anzusehen ist, mit combi-protec wurde bisher im Labormaßstab und Halbfreilandversuchen erfolgreich getestet.  Für die Resistenzvorbeugung kann der Wirkstoff mit in die Strategie aufgenommen, falls keine Vorgaben hinsichtlich Wirkstoffanzahl vorliegt. Alternativ könnte auch zu diesem Zeitpunkt eine Behandlung mit Spintor erfolgen um die ersten KEF abzutöten. 

Kirschfruchtfliege

Der FluKirschfruchtfliegeg der Kirschfruchtfliege hat begonnen. Mit Farbumschlag auf Gelb beginnt auch hier die kritische Phase. Mospilan SG bleibt das stärkste Mittel in der Bekämpfung der Kirschfruchtfliegen. Exirel hat als reines Fraßgift keine vergleichbare Wirkung wie Mospilan. Es liegen auch einige Versuchsergebnisse mit geringen, unzureichenden Wirkungsgraden verschiedener Versuchsansteller vor. Exirel solo gegen Kirschfruchtfliege wird nicht empfohlen. Die Wirkdauer von Exirel in der Kirschfruchtfliegenbekämpfung ist vergleichbar Mospilan. Eine Wirkung auf Läuse ist nicht vorhanden.

Regen und Hitze und hohe UV Strahlung reduzieren stark die Wirksamkeit aller Insektizide! Um eine stärkere Wirkung auf die adulten Frucht- und Essigfliegen zu bekommen, wird combi-protec 1l + Spintor 5 ml/ alternativ + Exirel 15 ml,  vor und zwischen den Sprühbehandlungen empfohlen. In eingenetzten Anlagen reichen diese Behandlungen in 6 Tages Abständen alleine aus.

Kirschfruchtfliege/ Kirschessigfliege Strategievorschlag – Maximalprogramm unter feucht warmen Bedingungen!

Tafelkirschen:
Grün- Gelb 26 Spintor 5 ml + combi-protec 1l
Gelb- Rot 21 Mospilan 0,125 kg, WZ=7,  + Spintor 0,15 l (WZ=5) +  Signum 0,25 kg
Rot 15 Spintor 5 ml /Mospilan 25 g + combi-protec 1l
Rot 10-7 Mospilan 0,125 kg, WZ=7,  + Spintor 0,15 l (WZ=5) +  Signum 0,25 kg
Rot 5 Spintor 5 ml + combi-protec 1l
Ernteverlauf* +5 Spintor 5 ml + combi-protec 1l
Stadium Tage vor der Ernte Sprühbehandlung / Kombi- Verfahren

*bei verzögerter Ernte mit mehr als sechs Tagen Abstand zur letzten Behandlung werden während des Ernteverlaufes weitere Behandlungen im Köder-Verfahren  empfohlen. Die Rückstandshöchstmengen werden dabei eingehalten.

Ohne Köder- Zwischenbehandlungen wird empfohlen die Abstände zwischen den Sprühanwendungen mit Spintor auf maximal 7 Tage zu verkürzen, da sich ansonsten Wirkungslücken ergeben können!

Alle Behandlungen sind als B1 Bienengefährlich eingestuft.

Die Flugaktivität der Kirschessigfliege ist frühmorgens und Abends am höchsten. Für den besten Bekämpfungserfolg ist es daher ratsam, die Anwendungen am Spätnachmittag durchzuführen. 

Industrie/ Schüttelkirschen

Ursachen für die Vermadung der Industriekirschen 2018

In der Vermarktungssaison 2018 gab es Reklamationen und Rückweisungen bei Schüttelkirschen. Hauptsächlich große Maden haben sich bei der Anlieferung auf dem Kistenboden gezeigt. Da nicht alle Partien befallen waren, ist nicht generell davovon auszugehen, dass die Behandlungsstrategien nicht wirksam waren.

Betrachtet man sich den Witterungsverlauf im Hauptanbaugebiet, fällt auf, dass es in der Zeit vom 2. Juni bis 8. Juni 2018 lokal bis zu 51 Liter geregnet hat! Lokal wurden am 8. Juni 27,3l gemessen. Es gab kaum Behandlungsfenster für die in diesem Zeitraum notwendigen Mospilan Behandlungen. Behandlungsabstände von 10 Tagen waren kaum durchführbar! Auch Nachbehandlungen konnten nicht immer optimal gesetzt werden und die Abdeckung der Kirschen im Kronenbereich war dabei sicher nicht immer  zu 100% gewährleistet.

Auch Exirel Behandlungen konnten den Befall nicht vermeiden. Es ist auch bekannt, dass nach 12 l Niederschlag die Wirkung z. B auf Kirschessigfliegen nicht mehr ausreichend ist. Die Wirkung von Mospilan wurde durch die Niederschläge stark verkürzt. Hohe Temperaturen führen auch zu einer deutlich geringeren Wirkungsdauer, was auch so angewarnt wurde.

Achten sie dieses Jahr auf eine frühzeitige Behandlung gegen Kirschessigfliege und Kirschfruchtfliege. In Anlagen mit vorzeitig reifenden Bäumen sind diese separat zu behandeln oder die Spritztermine der gesamten Anlage diesen Bäumen anzupassen. Befallene Früchte von einem einzelnen Baum fallen beim schütten der Ware durch den Verarbeiter immer auf!

Führen Sie die Anschlußbehandlungen mit Mospilan rechtzeitig durch. Reduzieren Sie die Fliegenpopulation durch Köderbehandlungen schon von Anfang an. Die Kirschessigfliege ist bereits vor den ersten roten Früchten in der Anlage!

2019 kann es durch die lange Blühdauer zu einer ungleichen Abreife der Früchte kommen und die Erntephase sich deutlich verlängern.

Schüttelkirschen ohne Begrenzung der Wirkstoffanzahl:
Stadium Tage vor der Ernte Sprühbehandlung / Kombi- Verfahren
Grün- Gelb 26 Spintor 5 ml /Mospilan 25 g/ Exirel 15 ml  + combi-protec 1l
Gelb- Rot 21 Mospilan 0,125 kg, WZ=7,  + Exirel 0,375 l (WZ=7) +  Signum 0,25 kg
Rot 15 Spintor 5 ml /Mospilan 25 g/ Exirel 15 ml  + combi-protec 1l
Rot 10-7 Mospilan 0,125 kg, WZ=7,  + Spintor 0,15 l (WZ=5) +  Signum 0,25 kg
Rot 5 Spintor 5 ml + combi-protec 1l
Ernteverlauf* +5 Spintor 5 ml + combi-protec 1l

Kombi- Verfahren Spintor 5 ml + combi-protec 1l – wichtig bei früherem Farbumschlag/ Reife von Befruchtersorten im Bestand!

Ohne Köder- Zwischenbehandlungen wird empfohlen die Abstände zwischen den Sprühanwendungen mit Spintor auf maximal 7 Tage zu verkürzen, da sich ansonsten Wirkungslücken ergeben können.

*bei verzögerter Ernte mit mehr als sechs Tagen Abstand zur letzten Behandlung werden während des Ernteverlaufes weitere Behandlungen im Kombi-Verfahren  empfohlen. Die Rückstandshöchstmengen werden dabei eingehalten.

Alle Behandlungen sind als B1 Bienengefährlich eingestuft.

Ernteprognose

Durch die verzögerte Blüte 2019 ist nicht mit einer gleichmäßigen Abreife zu rechnen. Es ist zu erwarten, dass die Erntetermine sich zwischen den frühblühenden und spätblühenden Sorten deutlich hinausziehen werden. Insgesamt wird erwartet, dass die Reife ca. 6- 8 Tage später als in 2017 einsetzt, eventuell vergleichbar dem Jahr 2016. Aber spätestens mit Reifebeginn Burlat wird es einfacher…

Burlat: 4. Juni / Belise: 10. Juni/ Samba: 17. Juni. Daraus abgeleitet:  Carmen: 24. Juni/ Kordia: 27. Juni/ Schüttelkirschen 1. Juli/ Regina: 7. Juli

Download: 2019 Bekämpfungstermine Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege

Zulassungsübersicht:

SpinTor  B1 [RZ=10] WZ=5 (0,15l, max 2x, max 0,6l/ha u. Jahr) (Art. 53)

Die Anwendungen im Kombi-Verfahren sind als Splittingeinsätze der Insektizidanwendungen anzusehen. Die maximale Aufwandmenge von Spintor von 0,6l/ha und Jahr darf in der Summe nicht überschritten werden.

Exirel_ [RZ=30] (0,375l, max 1l/ha, WZ=7):  in Süß- und Sauerkirsche, in Pflaume, Zwetschge und Mirabelle. Keine Kombinationen mit Switch wegen möglicher Phytotox. Die Wirkung von Exirel gegenüber Kirschessigfliege ist vergleichbar mit der Spintor Wirkung. Exirel bringt in der Spritzfoge einen weiteren Wirkstoff. Die Regenfestigkeit wurde in amerikanischen Untersuchungen nicht besser als von Spintor eingestuft. Nach 10l Niederschlag ist die Wirksamkeit wie bei allen anderen Produkten nur noch unzureichend.

5 ml Spintor / 25 g Mospilan / 15 ml Exirel + 1l combi-protec  combi-protec ist als Zusatzstoff genehmigt und darf mit allen Insektiziden durch den Anwender gemischt werden. Auch diese Maßnahme ist in der Kombination mit Spintor oder Exirel als B1 eingestuft. Die Anwendungen im Kombi-Verfahren sind als Splittingeinsätze der Insektizidanwendungen anzusehen. Dokumentation erfolgt hinsichtlich der Sprühanwendungen. Die maximale Aufwandmenge von Spintor von 0,6l/ha und Jahr darf in der Summe nicht überschritten werden.

0,125 kg Mospilan B4 [RZ=40] WZ=7 (max 2x) 

0,25 kg Signum [RZ=40] (max 3x, WZ = 7)

0,2l Luna Experience [RZ=15] (WZ = 7, max 2x; Achtung Mospilan B4 => B1!)

Nicht vergessen!

Dimethoat (Perfekthion, Danadim etc.) ist nicht genehmigt und darf auf keinen Fall zum Einsatz kommen!

Unser Infoflyer “Kirschfruchtfliege” zum Download:

Kombiniert gegen Kirschessigfliegen

In der  August Ausgabe des “Badischen Winzers” wird über das Kombinationsverfahren und dem aktuellen Stand der Technik berichtet. Weinbauberater Egon Zuberer stellt in diesem Artikel ausführlich die zum Einsatz kommende Technik vor und nennt den aktuellen Zulassungsstand.

Kombiniert gegen Kirschessigfliegen, Badischer Winzer 8.18  (Artikel als PDF)

 

Mit freundlicher Genehmigung des

 

“Badischen Winzers”